Nach Diagnose Meningokokken-Sepsis: Zwischen Hoffen und Bangen

Meningokokken-Sepsis: Als die Diagnose gestellt wurde, hatte Julia (Name geändert) mit ihrer damals sieben Monate alten Tochter bereits eine Odyssee hinter sich. Und sie hatte keine Vorstellung davon, was noch folgen sollte.

Als Isabellas (Name geändert) Fieber nicht herunterging, sie lethargisch war und leichten Durchfall hatte, brachte Julia ihre Tochter ins Krankenhaus. Und wurde nicht stationär aufgenommen, da die Symptome noch einem grippalen Infekt ähnelten. Eine Dreiviertelstunde später lief Isabella blau an, lag schlaff und krampfend in Julias Armen. Wieder ins Krankenhaus, diesmal ein anderes. Hier wurde zunächst vermutet, dass die Kleine eine Sepsis nach einem Harnwegsinfekt habe. Als sich zwölf Stunden nach den ersten Symptomen jedoch Hauteinblutungen am ganzen Körper ausbreiteten, konnte eine Blutvergiftung durch Meningokokken, eine sogenannte Meningokokken-Sepsis bestätigt werden.

© Peter Yang / GSK

Isabella hat überlebt. Neben der Meningokokken-Sepsis erlitt sie weitere Erkrankungen, insbesondere der Lunge, und steckte sich mit einem Krankenhauskeim an. Bislang war sie mehr als vier Monate zur Behandlung in Kliniken.

Bei etwa 1 von 5 Erkrankten bleiben Folgeschäden zurück[1] – auch bei Isabella. Nach Meningokokken-Erkrankungen können Folgeschäden wie Entwicklungsstörungen, Krampfleiden, Erblindung und Hörverlust zurückbleiben. Kommt es zu einer Blutvergiftung, kann es zu Haut- und Gewebezerstörung und Vernarbungen kommen, in Extremfällen sogar zu Amputationen[1] – das blieb Isabella bislang erspart. Jedoch sind ihre Beine stark betroffen und vernarbt. Die Nervenschäden lassen sie nachts weinen, berichtet ihre Mutter. Allein ihr rechtes Bein wurde bereits mehr als 50-mal operiert, ein Hauttransplantat bedeckt nun die Vorderseite. Die Haut ist so angegriffen, dass beide Beine vor dem täglichen Anziehen von Kompressionsstrümpfen mit Silikon-Pads abgedeckt werden müssen.
Regelmäßige Physiotherapie und ergotherapeutische Begleitung unterstützen die Behandlung der heute Zweijährigen.

© Peter Yang / GSK

Isabellas Immunsystem ist so geschwächt, dass sie derzeit noch nicht wieder in den Kindergarten gehen kann. Probleme beim Knochenwachstum werden Isabella wohl ihr Leben lang begleiten. Noch ist nicht klar, ob sich ihr wankender Gang auswachsen wird, wie das bei gesunden Kleinkindern passiert.

Meningokokken-Erkrankungen sind selten: 2018 gab es in Deutschland 295 Meningokokken-Fälle.[2] Zwar sind Meningokokken-Erkrankungen damit selten, sie können aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen.[3] Ca. 10 % aller Patienten in Deutschland versterben.[4] Während der vielen Tage in der Klinik lernte Julia, dass es – so wie bei Isabella – bei 1/3 der Meningokokken-Erkrankten zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen kann. Viele Betroffene leiden unter einer Hirnhautentzündung (Meningitis), die in 2/3 der Fälle auftreten kann.[3]

Bestmöglicher Schutz vor Meningokokken durch Impfungen

Besonders häufig betroffen sind Babys und Kleinkinder, da bei ihnen das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist.[5]
Impfungen können bestmöglich schützen. Eine aktuelle Studie5 zeigt jedoch, dass viele Eltern den Impfstatus ihrer eigenen Kinder nicht genau kennen. Einem Großteil ist außerdem nicht bewusst, dass es unterschiedliche Meningokokken-Gruppen und daher auch verschiedene Impfungen gibt. Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt frühzeitig auf die Schutzimpfungen gegen Meningokokken ansprechen und sich vorab informieren, zum Beispiel unter www.meningitis-bewegt.de.

NP-DE-MNX-PRSR-190004; 11/19

[1] Deutsches Grünes Kreuz: „Häufige Fragen und Antworten zu Meningokokken-Erkrankungen“. Verfügbar unter: https://dgk.de/fileadmin/user_upload/AGMK/presse/AGMK-PK_2009/Fragen_und_Antworten.pdf. November 2019.

[2]RKI: „Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2018“. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Jahrbuch/Jahrbuch_2018.pdf?__blob=publicationFile. November 2019.

[3] BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/meningokokken/. November 2019.

[4] RKI: „Epidemiologisches Bulletin 10/2016“. Verfügbar unter: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/43_16.pdf?__blob=publicationFile. November 2019.

[5] Parents Awareness Tracker – Parent Activation Initiative Market Research, IPSOS on behalf of GSK. 27 March – 15 April, 2019 (Data on File: 2019N405209_01).