Welt-Meningitis-Tag 2021: Bakterielle Hirnhautentzündung trifft häufig die Kleinsten

Lars war noch ein Baby als seine Mutter ihn ins Krankenhaus brachte, weil er ununterbrochen zitterte und blau angelaufen war. Die Ärzte vermuteten eine Meningokokken-Meningitis, die sich rasch bestätigte. Der kleine Junge überlebte die bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis) nur knapp, ist seitdem auf beiden Ohren taub. Tatsächlich treffen Meningokokken-Erkrankungen leider am häufigsten Babys und Kleinkinder. Am Welt-Meningitis-Tag am 24. April soll daher besonders auf einen frühzeitigen und umfassenden Impfschutz aufmerksam gemacht werden.

Welt-Meningitis-Tag 2021 Bakterielle Hirnhautentzündung trifft häufig die Kleinsten (© GlaxoSmithKline)

Meningokokken sind als Auslöser einer Meningitis zum Glück selten. Die Erkrankung kann jedoch jeden treffen und innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden.1 Aufgrund ihres noch nichts ganz ausgereiften Immunsystems sind Babys und Kleinkinder besonders gefährdet, an den Bakterien zu erkranken.2

Eltern können ihre Kleinen schon sehr früh schützen

Dass man Kinder gegen Meningokokken impfen kann, wissen viele Eltern, da die Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C standardmäßig im Impfplan der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder im Alter von zwölf Monaten empfohlen wird.3 Doch damit sind die Kleinen noch nicht umfassend gegen Meningokokken-Bakterien geschützt, denn es gibt verschiedene Meningokokken-Gruppen. Meningokokken B sind mit mehr als 60 % aktuell für die meisten Erkrankungen in Deutschland verantwortlich, gefolgt von Y und C. 4

„Für einen bestmöglichen Schutz sollten Eltern ihre Kinder- und Jugendärztin bzw. ihren -arzt auch auf die zusätzlich mögliche Meningokokken-B-Impfung und die Kombinationsimpfung gegen ACWY ansprechen – idealerweise schon bei der U3-Untersuchung“, rät Kinder- und Jugendarzt Dr. von Landwüst. Viele Krankenkassen erstatten die Impfungen auf Anfrage vollständig oder teilweise. Nachfragen lohnt sich!

Unspezifische und grippeähnliche Symptome erschweren die Diagnose

Viele Krankenkassen erstatten die Impfungen auf Anfrage vollständig oder teilweise (© GlaxoSmithKline)

Eine Meningokokken-Erkrankung beginnt meist mit ungenauen und grippeähnlichen Symptomen.5 Es können Fieber, Erbrechen, Schläfrigkeit, Krämpfe sowie bei Babys eine vorgewölbte oder harte Fontanelle – das ist die Spalte zwischen den Schädelplatten – auftreten.6 Gerade bei Babys, die noch nicht sprechen können, sind diese unspezifischen Symptome nur schwer auszumachen und oftmals trügerisch mild. Auch Lars war zunächst nur ungewöhnlich schläfrig. Erst als er nicht mehr aufhörte zu zittern und blau anlief, fuhr seine Mutter direkt mit ihm ins Krankenhaus.

Schwere Folgen bei Meningokokken-Erkrankungen möglich

Bei einem Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung sollte das Kind, so wie Lars, sofort ins nächste Krankenhaus oder zur Kinderärztin bzw. zum Kinderarzt gebracht werden. Je früher mit einer Antibiotikatherapie begonnen wird, desto wahrscheinlicher können Folgeschäden vermieden werden. Trotzdem kommt es bei 10-20 % aller Betroffenen einer Meningokokken-Meningitis im Anschluss zu Komplikationen wie Krampfanfällen oder Taubheit, bei Kindern gegebenenfalls auch zu Entwicklungsstörungen.7

Lars wurde im Krankenhaus schnell behandelt, doch es dauerte, bis ein Antibiotikum anschlug. Durch die Meningitis wurde er beidseitig
taub. „Trotzdem hatte er Glück, die schwere Erkrankung zu überleben“, erklärt seine Mutter. Bis zu 10 % aller Patient*innen versterben trotz intensivmedizinischer Behandlung.8 Die Kinder- und Jugendärztin bzw. der -arzt kann Eltern frühzeitig über einen bestmöglichen Schutz vor Meningokokken aufklären und sie beraten. Mehr Informationen auch unter www.meningitis-bewegt.de.

(© GlaxoSmithKline)

Interview: „Es war sehr knapp, ob er es schafft.“

Im Alter von sechs Wochen erkrankt der kleine Lars an einer Meningokokken-Meningitis. Er überlebt, wird in Folge der Erkrankung jedoch auf beiden Ohren taub. Seine Mutter Claudia G. (38) berichtet im Interview, wie sie die schwere Zeit erlebte, welche Symptome ihr Sohn hatte und wie die Erkrankung das Leben der gesamten Familie verändert hat.

Claudia, wann ist dein Sohn an Meningokokken erkrankt und wie hast du die ersten Symptome wahrgenommen?
Es war an Weihnachten und Lars war zu dem Zeitpunkt sechs Wochen alt. Von Anfang an schien er viel Schlaf zu brauchen und war eher ruhig. An diesem Tag hat er jedoch sogar für seine Verhältnisse sehr lange geschlafen. Als Lars zitternd wach wurde, habe ich ihm eine wärmere Decke geholt und mir nichts weiter dabei gedacht. Er hörte aber gar nicht mehr auf zu zittern. Als er dann auch noch blau anlief, bin ich mit ihm sofort ins Krankenhaus gefahren.

Wurde Lars im Krankenhaus dann direkt untersucht?
Als wir im Krankenhaus ankamen, schien es Lars auf einmal wieder gut zu gehen. Er zitterte nicht mehr. Der Arzt wollte uns schon wieder nach Hause schicken, als mein Kleiner plötzlich anfing zu krampfen. Sofort wurde ein Sauerstoffmessgerät geholt: es zeigte nur noch 50 % an. Lars wurde direkt auf die Intensivstation verlegt und der Arzt vermutete aufgrund der Symptome eine Meningokokken-Meningitis, eine Hirnhautentzündung. Das hat sich dann leider bestätigt.

Hast du vorher schon von Meningokokken gehört und was hat die Diagnose für dich bedeutet?
Von Meningokokken hatte ich durch die Kinderarztbesuche mit meinem älteren Sohn schon gehört. Lars war zu dem Zeitpunkt leider noch zu jung, um ihn gegen Meningokokken impfen zu lassen. Die Diagnose war ein großer Schock, da wir nicht wussten, ob er überlebt – anfangs haben die Antibiotika nicht angeschlagen und es war sehr knapp, ob Lars es schafft. Zum Glück wirkte dann ein Antibiotikum. Der Arzt sagte, es hätte weitaus schlimmer verlaufen können, wäre er nicht sofort ins Krankenhaus gebracht worden.

Hat Lars Folgeschäden von der Hirnhautentzündung erlitten?
Ja, er ist durch die Meningitis leider beidseitig taub geworden. Das konnten wir allerdings erst später feststellen, da Lars noch so klein war und immer auf uns reagiert hat – auch ohne uns zu hören.

Was hat sich nach der Meningokokken-Erkrankung in eurem Familienleben verändert?
So ziemlich alles. Eine solche Erkrankung dreht das Leben um 180 Grad. Wir müssen mit Lars zu sehr vielen Therapien, er ist seit der Meningitis auch in der Entwicklung etwas hinterher. Er ist aber eine Frohnatur und lacht sehr viel. Leider werden ihm von vielen Kindern und anderen Eltern Steine in den Weg gelegt – er hat sie bisher aber immer gut wegeräumt und lässt sich auch von der Hänselei nicht unterkriegen.

Was würden Sie anderen Eltern gerne mitgeben?
Dass sie immer gut auf Symptome bei ihren Kindern achten und sich rechtzeitig bei ihrer Kinder- und Jugendärztin bzw. ihrem -arzt über Schutzmöglichkeiten informieren. Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, an Meningokokken zu erkranken. Es ist daher wichtig, sich frühzeitig von der Kinder- und Jugendärztin bzw. -arzt über Schutzmöglichkeiten vor Meningokokken beraten zu lassen.1

NP-DE-MNX-PRSR-200009; 01/21

1 BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: https://bit.ly/32KHTmh. Dezember 2020

Drei mögliche Impfungen gegen Meningokokken
Für einen umfassenden Schutz gegen Meningokokken-Erkrankungen gibt es mehrere Impfungen. Neben der standardmäßig empfohlenen Impfung gegen Meningokokken C stehen in Deutschland zwei zusätzlich mögliche Impfungen zur
Verfügung: gegen Gruppe B sowie gegen die Gruppen A, C, W und Y in Kombination.

Mit freundlicher Unterstützung von GlaxoSmithKline (GSK)


NP-DE-MNX-PRSR-200010; 01/21

1 BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: https://bit.ly/32Bnccl. Januar 2021
2 Deutsches Grünes Kreuz: „Häufige Fragen und Antworten zu Meningokokken-Erkrankungen“. Verfügbar unter: https://bit.ly/2X7aroA.
Januar 2021.
3 RKI: „Epidemiologisches Bulletin 34/2020“. Verfügbar unter https://bit.ly/3jhaiJ0. Januar 2021
4 RKI: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de, Stand: Epidemiologisches Jahrbuch 2019, Invasive Meningokokken-Erkrankungen mit
Angabe der Serogruppe gemäß Referenzdefinition; Meldepflicht gemäß IfSG; 2019; Januar 2021.
5 Deutsches Grünes Kreuz: „Häufige Fragen und Antworten zu Meningokokken-Erkrankungen“. Verfügbar unter:
https://bit.ly/32GK5uR. Januar 2021.
6 RKI: „Ratgeber Meningokokken”. Verfügbar unter:https://bit.ly/2X9spqp. Januar 2021.
7 BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: https://bit.ly/32LssKA. Januar 2021.
8 RKI: „Epidemiologisches Bulletin 43/2016“. Verfügbar unter: https://bit.ly/36Vwpzq. Januar 2021.