Mathe-Formel für eine glückliche Ehe

Ob eine Ehe Bestand hat, lässt sich mit einer einfachen mathematischen Formel vorhersagen.

Das Geheimnis für eine glückliche Ehe läge im 5:1-Verhältnis von Positivem zu Negativem, verrät der Mathematiker Christian Hesse. Er bezieht sich dabei auf eine Studie, bei der mehrere tausend Ehen untersucht wurden.

Wenn man in der Ehe etwas falsch mache, müsse man fünf Mal etwas Positives tun, um die Bilanz auszugleichen. So fasst zumindest ein Mathematiker in einem Gespräch im Deutschlandfunk eine Formel für eine funktionierende Ehe zusammen.

Kann die Mathematik eine funktionierende Ehe erklären? (Symbolfoto von Thinkstock)

Wie sich glückliche Ehen von denen unterscheiden, die schon nach ein paar Jahren geschieden werden, soll mathematisch berechnet werden können. Der Unterschied besteht im besagten 5:1-Verhältnis.

Kurz und knapp: Wenn es in einer Ehe fünf Mal so viel Positives wie Negatives gibt, dann hat sie mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit Bestand. “Das haben ein Mathematiker und ein Psychologe festgestellt. Ein Dream-Team”, erklärt der Mathematiker Hesse. Er stützt sich auf die Studie von James Murray und John Gottman – beide haben gemeinsam über Jahrzehnte mehrere tausend Ehen untersucht.


Im Gespräch mit Deutschlandfunk kam eine interessante Frage auf – nämlich ob man nicht einfach fünf Mal „Sorry“ sagen könne, wenn einem ein Malheur passiert ist. Oder sich ein Streit anbahnt… Der Mathematiker Hesse hat darauf eine Antwort: „Das wäre einfallslos. Nach dem Sorry irgendwann eine sanfte Berührung, ein ehrliches Kompliment, eine kleine Aufmerksamkeit und eine schöne Überraschung wäre wohl besser. Etwas Nettes, was beim Partner positiv ankommt“, sagt er.

Studie begann in den 1970er Jahren

Die Studie zur 5:1 Formel für die Liebe begann damit, dass 1975 einige hundert frisch Vermählte zu einem Beziehungs-Stresstest eingeladen wurden. Die Partner sollten unter Laborbedingungen über Dinge sprechen, die zwischen ihnen heikel sind: zum Beispiel Kinderwunsch, Schwiegereltern, größere Geldausgaben. Dabei waren beide verkabelt. Blutdruck, Puls und anderes wurde gemessen. Außerdem wurde das Gespräch aufgezeichnet und später jede Äußerung auf einer Skala von +5 bis -5 bewerten: +5 war „Liebevolle Zuwendung“, -5 war „Offene Verachtung“. Auch Gestik, Mimik und alles andere wurde bepunktet.

Die Basis des Modells sind Hunderte Videos, die Gespräche von Paaren dokumentieren. Alles Ehe-Entscheidende wird von Fachleuten herausgefiltert: liebevolle Gesten, skeptische Mienen, verräterische Untertöne in der Stimme. „Dann übersetzten wir die Schlüsselelemente in Mathematik, die jeder Oberstufenschüler beherrschen kann“, sagt James D. Murray, der das Modell entwickelte.

Die Prognosen der beiden Wissenschaftler Murray und Gottman treffen angeblich bei 94 von 100 Paaren zu. Die Ehe des Mathematikers Hesse, der das Prinzip verinnerlicht hat und danach handelt, hält bereits seit 30 Jahren.

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