Leon – Notkaiserschnitt mit PDA

Jetzt bin ich schon 3 Tage über ET! Vorsorgeuntersuchung beim FA. Alles wie immer – Baby geht’s ganz gut, Muttermund ist schon 2 cm auf und alles schön weich, doch der Wehenschreiber zieht eine supergerade Linie.
Diese Diagnose hatte ich zum ersten Mal vor über 5 Wochen – da hieß es auch schon „Es könnte jeden Moment losgehen“ – und jetzt bin ich schon 3 Tage über ET! Mir geht’s nicht mehr besonders gut – Rückenschmerzen etc. quälen doch langsam ganz schön! Auch der FA meint, so kann’s nicht weitergehen. „Geh doch bitte heute noch ins KH – bis spätestens 18:00 Uhr. Da wirst du noch mal durchgecheckt und morgen früh leiten wir ein…“ Jetzt rast mein Herz – bei der letzten VU hieß es noch, wir warten mindestens bis 7 Tage nach ET. Aber „Warum plötzlich doch so schnell?“ hab ich vor lauter Freude & Angst vergessen zu fragen. Ich raus aus der Praxis, Schatzi angerufen, dass er mich ins KH fahren muss und ab nach Hause.
 
Mein Schatz ist extra früher von der Arbeit gekommen um mich ins KH zu fahren. Dort angekommen wird mir ein Zimmer zugewiesen – und ein Türke hockt auf dem Bett. Auf ein freundliches „Grüß Gott“ und anschließendes „Hallo!?“ reagiert er gar nicht. Dann kommt die Frau aus dem Bad – und das Geschnatter geht los. Man versteht kein Wort und wird keines Blickes gewürdigt. Toll – also ich meinen Mann gepackt und ab in den Aufenthaltsraum im Gang. In dem Zimmer halte ich es unter den Umständen keine Minute mehr aus! Aber – auf was warte ich hier eigentlich? Keiner hat was gesagt – keiner weiß hier was… Und das, obwohl ich eh ein ungeduldiger Mensch bin, vor allem, seit dem Junior auf sich warten lässt. Doch dann kommt eine Hebamme – ich solle doch bitte mit nach oben. Dort kommt ein Doc – dieser nimmt mir Blut ab (wie scheußlich – ich hab doch so Panik vor Spritzen – wie soll das nur weitergehen) und misst meinen Blutdruck. Dann die Frage, ob ich immer einen so hohen Blutdruck hätte…natürlich nicht, was denken die denn? Ich bin eh schon aufgeregt, dazu kommt der Schock von der Spritze grad und dann soll ich nen niedrigen Blutdruck haben? Dann wurde ein CTG geschrieben – wieder wehenlos – wie sollte es auch anders sein. Danach (und etliche Diskussionen später) durfte ich dann für die Nacht doch nach Hause – „morgen früh bis spätestens 08:00 Uhr wieder hier sein, bitte“ heißt es…
 
14.03.2006 – 08:00 Uhr ( 4 Tage über Entbindungstermin )
Mein Schatz hat heute extra freigenommen, um bei mir zu sein. Punkt 08:00 Uhr stehe ich wieder (nach einer fast durchwachten Nacht – wie sollte ich auch ruhig schlafen können) im Krankenhaus bei der Hebamme. Mein Frauenarzt untersucht mich – alles soweit ok, wir können anfangen. Deshalb wird mir eine Infusionsnadel gelegt (*Panik* – mein Schatz muss mir ganz fest die Hand halten und ich zittere schon wieder – dabei schmerzt mich das nicht mal – warum hab ich nur immer so ne Angst?) und dann komme ich an den Wehentropf und das CTG. Die Zeit vergeht und nichts tut sich. Auf Dauer tut mir der Rücken weh und ich darf mich auf die Seite legen. Doch in dieser Position sind die Herztöne plötzlich nicht mehr so optimal – also wieder ab auf den Rücken. Um 12:00 Uhr komme ich weg vom Wehentropf – ganz zum Schluss hat meine Gebärmutter doch mal mit ganz minimalen Kontraktionen reagiert. Ich soll ein wenig spazieren gehen und um 14:00 Uhr wieder ans CTG. Das mache ich dann auch – doch wieder am CTG habe ich wieder eine kerzengerade Wehenlinie. Die Hebamme meint, dass sie noch mal gegen 17:00 Uhr ein CTG machen möchte – solange kann ich ja nach draußen gehen. Ich und mein Schatz nützen die Zeit, noch mal nach Hause zu fahren.
 
Völlig aufgelöst und in Gedanken gucke ich noch mal ins Internet ins Märzmama-Forum. Muss das jetzt einfach loswerden. Dann versuche ich, mich noch ein wenig vor dem Fernseher zu entspannen und höre in mich hinein – hoffe auf irgendein Zeichen, dass es doch losgehen könnte. Als wir um 17:00 Uhr wieder im KH sind und ich am Wehenschreiber hänge, der nach wie vor nix anzeigt, telefoniert die Hebamme mit meinem Frauenarzt. Als sie zurückkommt, erklärt sie uns, dass ich für heute noch mal nach Hause darf und morgen früh wird dann mit einer Tablette am Mumu eingeleitet. Allerdings muss die Infusionsnadel dann wieder raus und im Fall der Fälle morgen früh wieder neu gelegt werden. Beinahe wäre ich ja deswegen im KH geblieben – doch die Aussicht, zu Hause zu sein, lässt mich mit dem Gedanken leben, morgen noch mal gepiekst zu werden! Zu Hause heize ich mir das Bad ein – lege schöne Musik auf, zünde ein paar Kerzen an und versuche, mich zu entspannen. Ich rasiere mich ausführlich und tauche ab ins warme Badewasser – und beim Abtropfen lerne ich wohl endgültig meinen restlichen Schleimpfropf kennen, von dem ich mich förmlich an der Toilette verabschiede (Das lässt mich hoffen und beruhigter schlafen…)
 
15.03.2006 – 08:00 Uhr ( 5 Tage über Entbindungstermin )
Ich bin wieder im KH – diesmal auf meinem „geliebten“ Zimmer und versuche noch ein bisschen Frühstück runter zu bekommen. Mein Schatz hat heute nicht mehr frei – ich soll ihn anrufen, wenn es wirklich was werden sollte (welch Aussichten). 09:00 Uhr – ich mache mich auf den Weg nach oben zur Hebamme. Auf der Station angekommen ist absolut niemand zu finden, also setze ich mich mit meinem Buch auf eine Couch. Nach geraumer Zeit begegnet mir mein Frauenarzt „War die Hebamme noch nicht da?“ und geht wieder… kurz darauf taucht die Hebamme auf „Jetzt kommt gleich noch ein Kaiserschnitt.. gehen Sie doch noch mal aufs Zimmer – ich hole Sie dann ab“. 10:00 Uhr – mein FA ist schon wieder in die Praxis gefahren (teilt mir die Hebamme mit) und legt mir die Tablette. Keine halbe Stunde später zeichnet das CTG auch schon deutliche Wehen auf, die ich gut spüren kann. Ich fange wieder an zu hoffen, dass es heute was wird. Ab 12:00 Uhr sind die Wehen dann schon recht heftig aber gut auszuhalten. Auf dem CTG sind die Wellen fast bis zum Anschlag hoch. Ich denke mir, wenn das so bleibt, dann ist das ja nicht sooo schlimm, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich soll zum Mittagessen aufs Zimmer gehen und dann gegen 14:00 Uhr wiederkommen. Tu ich dann auch – doch bekomme von diesem „köstlichen“ Essen kaum einen Bissen runter.
 
Dann geh ich runter ins Erdgeschoss und genehmige mir (bitte jetzt nicht verurteilen) eine Zigarette. Mir war so sehr danach – das musste jetzt einfach sein. Schreibe während dessen meinem Mann auch noch ne SMS, dass die Schmerzen jetzt gut spürbar sind aber auszuhalten und ich denke, dass es noch eine Zeit dauern wird (wenn überhaupt) und er wohl beruhigt bis zum Abend arbeiten kann. Punkt 14:00 Uhr stehe ich wieder oben im Kreißsaal – werde ans CTG geschlossen und nach kurzer Zeit meint die Hebi, dass ich jetzt wieder aufs Zimmer darf und gegen 16:00 Uhr wiederkommen soll, dann kann sie beurteilen, ob wir noch eine zweite Tablette legen. Ich gehe aufs Zimmer – mittlerweile ziemlich angeschlagen. Hatte doch nicht sonderlich viel Schlaf die Tage und auch nicht so viel gegessen. Auf dem Zimmer setze ich mich aufs Bett – die Wehen werden heftiger (habe leider keine Uhr, die Zeitabstände messen zu können). Langsam muss ich anfangen, sie zu veratmen. Winde mich auf dem Bett hin- und her. Liegen kann ich gar nicht und mir ist es unangenehm, dass nach wie vor die Türkin mit im Zimmer ist. Ich gehe aufs Klo – ich habe so einen Druck nach unten, doch nichts geht. Aber im Sitzen ist alles besser auszuhalten – ich bleibe wohl gleich bis 16:00 Uhr auf dem WC sitzen) Aber das will ich ja auch nicht, also zurück aufs Bett. Ich schalte mein Handy an – *Schock* – seit ich von der Hebamme weg bin, sind erst 10 Minuten vergangen – kam mir viel länger vor. Ich wälze mich von einer Seite auf die andere im Bett. Bleibe dann auf der rechten Seite liegen und versuche, die Augen zuzumachen. *Schnauf* – schon wieder so ne heftige Wehe.
 
DER BLASENSPRUNG
 
Plötzlich knackst es spürbar (und meiner Meinung nach auch hörbar) in meinem Bauch. *grübel* Ist jetzt meine Fruchtblase geplatzt? Ich quäle mich aus dem Bett – im WC ziehe ich mir die Hose runter – und tatsächlich, mein Höschen ist ganz nass und warm. Aber vielleicht war das doch nur Pipi, das bei dem heftigen Schmerz vorhin abgegangen ist?! Ich also rauf zur Hebamme – ich will Sicherheit haben. Diese ist jedoch nirgendwo zu finden und im Vorraum hockt nur einer der Ärzte, die mir total unsympathisch sind. Also ich oben auch noch mal auf die Toilette – dort im Kreis gelaufen. Ich wasche mir das Gesicht mit kühlem Wasser und geh dann wieder auf den Gang. Sehe mir Bilder an – Wehen sind kaum noch spürbar – seltsam. Endlich kommt die Hebi durch eine Tür und schaut mich fragend an. „Ich glaube, mir ist gerade die Fruchtblase geplatzt…!??!“ „Dann schauen wir doch mal nach..“ und ich werde wieder auf das Bett verfrachtet, auf dem ich schon immer beim CTG lag. Die Hebi legt mir eine Unterlage unter den Po – ich öffne die Beine und werde untersucht… *platsch* und das Fruchtwasser schießt förmlich aus mir heraus… ich liege in einer riesigen Menge feuchtem warm… eindeutig, mir war die Fruchtblase geplatzt… Die Hebamme lächelt mich an „Muttermund ist auf 2 bis 3 Finger geöffnet…“ Das Gefühl ist irgendwie seltsam – als würde sie mich auspressen. Doch dann bekomm ich wieder eine trockene Unterlage untergeschoben und werde ans CTG gehängt. Die Hebi geht einen Arzt holen, mir muss wieder eine Infusionsnadel gelegt werden.
 
Bei jeder minimalen Bewegung kommt noch warmes Wasser aus mir heraus – ich fühle mich komisch… und dann fangen auch schon die Wehen wieder an – aber richtig. Ich glaube, mir reist jemand den Bauch raus. Ich versuche sie zu veratmen, doch vor lauter Schmerz halte ich die Luft mehr an als atmen zu können. Der Arzt kommt und legt mir die Infusionsnadel – dank der Wehe hab ich das gar nicht gespürt *haha* Die Hebi kommt mit dem Telefon und ich rufe meinen Schatz an – es ist jetzt ca. 14:30 Uhr – genau kann ich das gar nicht mehr sagen. Dieser verspricht mir, sich gleich auf den Weg zu machen – wird wohl auch überrascht sein, nachdem ich ihm kurz vorher noch diese SMS geschrieben habe. Aber bestimmt nicht überraschter als ich. *Schnauf* *hechel* Schon wieder eine solche Mörderwehe – hab ich gar keine Pause mehr? „Die Wehen werden richtig heftig…“ meine ich zur Hebamme. Diese nur „Ja, normal wenn die Fruchtblase geplatzt ist“. (mich würde jetzt interessieren, ob das auch ohne diese Tablette gleich so schmerzhaft gewesen wäre – blöde Gedanken, aber zumindest ablenkend, wenn auch nicht sinnvoll). Wir besprechen, dass ich doch eine PDA möchte. Die Hebamme lässt mich aufstehen – ich ziehe meine restlichen Klamotten aus und bekomme so ein tolles Nachthemd angezogen – schön! Dann watschle ich (Schmerzen Dank des Stehens grad besser auszuhalten) in einen anderen Raum und komme auf ein sehr hohes Bett (die Bettkante ist auf Höhe meiner Hüfte). Wieder ans CTG angeschlossen, verlässt die Hebamme den Raum. Ich könnte mich vor Schmerzen im Moment durchs Bett fressen und bei jeder Wehe (die gar nicht aufzuhören scheint) bewege ich mich hilflos in der Hoffnung, eine bessere Position finden zu können… sinnlos natürlich… Da kommt auch schon die Anästhesistin – und mein Schatz ist auch schon da, verkündet gerade die Hebamme. Mein Zeitgefühl ist wohl wirklich auf der Strecke geblieben.
 
DIE PDA und GEBURT
 
Die Anästhesistin hat eine Auszubildende dabei. Erklärt dieser genau, was sie macht. Ist mir gar nicht recht – wollte ich gar nicht so genau wissen. Ich muss mich an die Bettkante setzen und die Füße runterhängen lassen. Dann einen Katzenbuckel machen und ganz entspannt die Hände hängen lassen. Haben die das schon mal versucht, bei einer Wehe entspannt zu sein? *jammer* die Wehe war grad wieder heftig. Die Anästhesistin versucht mit mir viel zu reden, um mich abzulenken, aber das bringt nix. Warum lassen die nur meinen Schatz nicht rein? Da meint die Anästhesistin zu mir, dass ich jetzt nicht wegrutschen dürfe, wenn sie die Stelle, an der sie die PDA legen will, erst mal betäubt. Eine andere Frau (wer auch immer) ist plötzlich vor mir und stützt mich an den Schultern. Die Anästhesistin drückt mit dem Fingernagel in meinem Rücken zwischen die Wirbel „genau da werde ich einstecken, spüren sie das?“ Ja, und wie!! Aua – tut ganz schön weh – und da soll jetzt ne Nadel rein? Eine Nadel – ich glaub, ich will doch keine PDA mehr… *schnauf* wieder ne heftige Wehe – doch, ich will eine PDA. Als die Wehe vorbei ist, sage ich Bescheid und die Anästhesistin jagt mir die Nadel in den Rücken… man, das drückt und zwiebelt – ich drücke mich ganz fest gegen die Frau vor mir – so wie ich meinen Kopf in deren Bauch presse, hat sie wohl mehr Schmerzen als ich Dann beginnt es zu kribbeln und von der eigentlichen PDA spüre ich nur noch nen sanften Druck auf dem Rücken. Dann darf ich mich wieder hinlegen – die Anästhesistin spritzt mir das Betäubungsmittel (oder was das auch immer ist). Nach wenigen Sekunden wird mein Popo ganz warm – und eine Minute später spüre ich die Wehen nur noch als Druck – wie angenehm.
 
Jetzt könnte ich glatt schlafen. Mein Schatz durfte nun auch endlich zu mir (die Hebamme hat grad festgestellt, dass sie ihn auf dem Gang „vergessen“ hatten). Hebi untersucht mich noch mal – Mumu ist mittlerweile schon über 5 cm auf. *Glück* Sie teilt mir auch mit, dass mein Frauenarzt schon auf dem Weg zu mir ins KH ist. Ich muss wegen der PDA schon wieder auf dem Rücken liegen. Hebi verlässt das Zimmer – mein Schatz versucht mich aufzumuntern. Doch dann fallen die Herztöne schon wieder so krass ab bzw. teilweise zeichnet das CTG gar keine mehr auf… was ist da los? Da kommt aber auch die Hebamme schon wieder und ich darf mich wieder auf die Seite drehen. Schlagartig verbessern sich die Herztöne und sind wieder im grünen Bereich – wenn auch nur knapp.
Eine Zeit lang später (ich traue mich jetzt wirklich keine Zeitangaben mehr zu machen) höre ich eine mir bekannte Stimme einen Raum weiter… ich sage noch zu meinem Schatz „Ich glaube, dass müsste mein Frauenarzt sein“ da kommt er auch schon mit der Hebi ins Zimmer… „Das hat so keinen Sinn mehr – wir müssen einen KS machen!“ Die beiden verlassen das Zimmer – ich versuche den Gedanken zu verdrängen, dass ich jetzt doch operiert werde und auch mein Schatz verliert kein Wort darüber. Dann kommt die Hebi wieder rein und zieht mir Thrombosestrümpfe an. Ich habe keine Kontrolle mehr über meine Beine (dank der PDA) und komme mir vor, als würde ich wie so eine alte Oma gewickelt werden. Dann muss ich auf eine Liege – mein Schatz hebt mich an einem Bein, die Hebi an dem anderen und ich ziehe mich mit den Händen an der Schlaufe über dem Bett hoch. Irgendwie schaffen wir es dann, dass ich auf der Liege lande. Schamgefühl hab ich gar keines mehr – alles Mögliche schwirrt mir im Kopf rum…
Ich werde in den OP-Saal geschoben – dort soll ich dann auf den OP-Tisch (der eigentlich so aussieht wie der typische Frauenarztstuhl). Ich werde gefragt, ob ich das noch selber schaffe – haha, guter Witz… Drei Männer zerren schließlich wieder an mir rum und verfrachten mich so auf den Tisch. Die Anästhesistin taucht wieder auf „Leider sehen wir uns jetzt doch wieder…!“ und spritzt mir über die PDA wieder irgendein Mittel. Ich spüre aber keinen Unterschied zu vorher. Dann geht alles viel zu schnell. Meine Hände / Arme werden nach rechts und links in dafür vorgesehene Vorrichtungen gelegt – ich komme mir vor, wie auf einer Schlachtbank. Vor mir wird ein Tuch gespannt, dass ich nichts sehen kann. Mein Schatz kommt jetzt auch rein, der sieht ja witzig aus in diesem Grün. Schon fängt ein Arzt an, an mir „rumzunotteln“. Ich kann es nicht einordnen, was er da macht. „Haben Sie das gespürt?“ „Nein“ „Gut“… Was hat er nur getan? Bin ich schon aufgeschnitten? Das hat sich nur nach Umeinandergezerre angefühlt! Verschiedene Stimmen hinter dem Tuch… ich erkenne immer nur Wortfetzen… bin total durcheinander.. mein Schatz hält mir die Hand. Er sieht auch nichts – ist wohl besser so! Immer mal wieder drückt was auf dem Bauch – dann wieder ein Zerren.. nicht zu beschreiben.
 
Mir kullern die Tränen aus den Augen – man, ich wollte doch nicht weinen! Mein Schatz fragt gleich „geht’s dir gut?“ Von mir nur ein Nicken – bringe schon seit Ewigkeiten keinen Ton mehr raus. Fühle mich überfordert, überrumpelt, unfähig… Mein Schatz macht sich Sorgen… die Anästhesistin beruhigt ihn „Das ist normal“ Soviel verstehe ich noch… Dann höre ich den Hinweis „das wird jetzt kurz drücken“ und merke schon, wie sich jemand auf meinen Oberbauch stemmt… ich glaube, der presst mir gleich alle Innereien raus. Und keine paar Sekunden später ( um 16:33 Uhr ) der Schrei – mein Baby brüllt aus Leibeskräften… sooo schön und so laut.. es lebt – mein Junior lebt! Ich bin so glücklich… jede Anspannung fällt von mir ab und ich beginne endgültig zu heulen – dieses Mal aber vor Freude… die Gedanken an den Kaiserschnitt und all das sind weg… habe nur noch meinen Leon Dominik im Kopf… Die Ärztin meint zu meinem Schatz, dass er mit kann beim Waschen, Wiegen etc. Er will zuerst bei mir bleiben – doch ich schicke ihn mit – er soll doch auf Junior aufpassen, das wäre 1000 Mal wichtiger… Ich habe ihn noch nicht gesehen und schon eine solche Bindung – nur von diesem einen einzigen Schrei… Wahnsinn…
 
Ich werde noch genäht – ich glaube, das hat nicht lange gedauert… ich kann endlich die Augen schließen und an nichts mehr denken… bin ein wenig weggedämmert… wie ich aus dem OP in den Kreissaal zurückkam, weiß ich gar nimmer… erst wieder, dass ich dann meinen Junior in die Arme bekommen habe und mein Schatz wieder neben mir war! Wir durften mit ihm 3 Stunden alleine in dem Raum sein und die erste Zeit zu Dritt genießen – das war so schön!
Alles in allem war es ein wundervolles Erlebnis, das ich nie wieder missen möchte! Ich liebe meinen Engel über alles und bin so froh, dass es ihm gut geht und er alles bestens überstanden hat! Und auch, wenn ich immer noch nicht so gut mit dem Gedanken umgehen kann, dass ich einen KS (Notsectio) hatte, bin ich doch glücklich, wie alles gekommen ist… Denn eine andere Geburt hätte mein Spatz wohl nicht überlebt – er hatte die Nabelschnur 3 mal um den Bauch gewickelt und noch einmal um den Fuß und sie sich oft selbst abgedrückt. Außerdem war der Kopf dadurch leicht schief im Becken und er trug eine Beule und einen Bluterguss am Kopf davon. Aber sonst geht es ihm bestens und er ist wohlauf.
 
Andrea W. mit Leon
 
3.120 Gramm
48 cm
KU 34 cm