Lennart – Sauerstoffmaske für die Mama

Am 14.05.2007 um 6.30 Uhr war es nun soweit oder doch nicht?! Es war eine Woche und ein Tag früher als ausgerechnet. Ich spürte leichte Kontraktionen im Unterleib, aber waren das jetzt auch die richtigen Wehen?
Erst mal habe ich ein Vollbad genommen, weil man ja sagt, die echten Wehen würden dadurch verstärkt werden. Die kleinen Krämpfe blieben, also musste ich jetzt meinem Männel auf Arbeit anrufen, dass es eventuell soweit sein könnte.
Gut, dass hatte ich dann auch erledigt. Um zehn hatte ich ja auch noch einen Frauenarzttermin zur Kontrolle. Na die würden es ja dann wissen, hatte ich jedenfalls gehofft, um mir ein bisschen Sicherheit zu verschaffen.
 
Beim Arzt angekommen habe ich es dann auch gleich erwähnt, dass ich immer noch leichte schwallartige Flüssigkeit verliere. Die meinten erst mal nur, wir werden es ja auf dem CTG sehen. Pustekuchen!!! Gespürt habe ich zwei heftige Wehen, aber dieses „tolle“ Gerät hatte gar nix angezeigt. Na klasse, dachte ich…
 
Sie hatte noch mal meinem Muttermund untersucht und bemerkt, dass er schon 3-4 cm offen war. Auf nochmalige Frage wegen der Flüssigkeit hat mir die Ärztin eine Überweisung fürs Krankenhaus ausgestellt, damit die prüfen können, ob es nun Fruchtwasser ist oder nicht. Sie hatte den Verdacht auf einem hohen Blasensprung, also dass da irgendwo oben ein kleines Löchlein ist, wo es hinaus tröpfelt. Ich fand es ja ganz schön mager, dass ein Frauenarzt mit Schwangerenbetreuung keine Teststreifen für so etwas da hat. Na gut…
 
Als ich dann endlich wieder zu Hause war, kam dann auch schon mein Liebster. Er hatte noch etwas gegessen, weil wir den Termin im Krankenhaus erst um 15.00 Uhr hatten. Die Wehen wurden immer heftiger und der Abstand war immer geringer. Wir haben unseren Hund und die Kliniktasche geschnappt und fuhren erst mal schnell zu Schwiegereltern, da man ja nie genau weiß wie lange es dauern kann und der Hund sollte ja gut versorgt sein.
 
Im Krankenhaus waren die Wehenabstände schon alle drei Minuten, Oh Gott, dachte ich, jetzt ist es wirklich soweit… Die Hebamme hat mich erneut ans CTG angeschlossen und meinte noch ganz trocken: „Wenn es kein Fruchtwasser ist, gehen Sie sowieso wieder nach Hause, wir schauen nur ob es dem Kind gut geht!“ Ich dachte ich höre nicht richtig, nach Hause, von wegen, ich bekomme hier heut noch mein Kind, habe ich zu meinem Männel gesagt, denn die Wehen waren alles andere als harmlos.
Sie machten schließlich ihren Fruchtwassertest – positiv… Ach nee, dachte ich.
 
Dann ging alles ganz schnell, Kittel an und ab in den Kreißsaal. Mittlerweile war der Muttermund schon 6 cm offen. Da habe ich mich natürlich schon gefreut, dass es ja dann hoffentlich nicht mehr ganz so lange dauert.
 
Ich konnte nicht stehen, nicht laufen, alles war unpassend, mein Körper war total unausgeglichen, das Atmen viel mir schwer und dann wurde mir auch noch schlecht…super.
Im Nebenzimmer schrie eine Frau wie am Spieß und ich habe voll losgeheult, weil ich jetzt richtig Angst bekam und mir nur so dachte, was da jetzt noch schlimmes auf mich zu kommt.
 
Ich sollte mich dann hinlegen damit die Hebamme mich verkabeln konnte. Aus Angst wegen der schreienden Frau habe ich die Hebamme gleich nach einer PDA gefragt. Sie sagte mir, dass ich es auch so schaffen würde und weil die Geburt schon so weit fortgeschritten war, würde es alles nur verlangsamen. Also habe ich mich nach gutem Rat nicht für eine PDa entschieden.
 
Als ich auf die Uhr schaute, waren schon drei Stunden vergangen, ich habe das alles gar nicht so mitbekommen, weil ich nur für mich und meinem Baby da war. Ich lag die ganze Zeit auf der Seite und habe mich wie wild an die Armlehne geklammert, wenn wieder eine Wehe kam. Nach meinem Gefühl zu urteilen hatte ich nicht wirklich eine Pause dazwischen, in der ich neue Kraft schöpfen konnte.
 
Es war soweit, die Hebamme war mal wieder zur Untersuchung vorbeigekommen und berichtete mir stolz, dass der Muttermund komplett offen war. Sie sagte mir auch noch, dass die Austreibungsphase sehr lange dauern könnte, weil die Eröffnungsphase so schnell war.
 
Es war Hochbetrieb auf der Geburtenstation, zum Glück hatte mich mein Männel so toll unterstützt, denn die Hebamme und Ärzte haben nur mal sporadisch vorbeigeschaut.
Die Presswehen setzten ein, mit denen dann auch die Fruchtblase abging. Ich habe geschwitzt wie ein Tier, wo ob mich mein Männel liebevoll mit insgesamt 1 Liter Wasser versorgte.
 
Die Ärztin die kam meinte zu mir ich dürfte nicht pressen, ich sollte hecheln, dann kam die Hebamme später und sagte mir dass ich ruhig pressen kann, damit es schneller vorwärts geht. Super dachte ich im ersten Moment, nicht mal die waren sich einig. Aber ich war über die letzte Aussage ganz froh, weil ich den Drang gar nicht widerstehen konnte.
 
Sie haben nun dem kleinen Mann in mir Dioden am Kopf gelegt, weil sie seine Herztöne nicht mehr richtig finden konnten. Und mir haben sie eine Sauerstoffmaske aufgesetzt, weil ich wohl mit dem Atmen Probleme hatte und der Kleine sollte ja auch ausreichend versorgt werden.
 
Nach ca. 2 Stunden Presswehen war es dann endlich soweit. Die Ärztin und die Hebamme standen vor mir, und sie sagten mir, dass ich meine Beine anwinkeln, festhalten und dann drücken sollte. War gar nicht so einfach, weil ich immer wieder abgerutscht bin und meine Kräfte auch langsam nachließen, vor allem als die Wehe weg war und ich dann immer noch pressen sollte.
 
Das Erste, was mir die Hebamme sagte, war: „Ach, ich sehe jetzt seinen Kopf und es ist ein Rotschopf!“ Boah war ich geschockt, ich stellte mir vor, dass mein Baby rotleuchtende Haare hätte. Na ja, kurz danach flutschte er dann auch schon hinaus direkt auf meinem Bauch. Mann, war er rutschig, ich musste aufpassen, dass er mir nicht vom Bauch runter fiel.
 
Ich habe mir gleich seine Haare angeschaut und NEIN, er hatte keine rotleuchtenden Haare, es war Blond mit einen winzigen Rotschimmer wenn das Licht direkt rauf schien. Seine samtweiche Haut ließ mich entspannen und als Begrüßungsgeschenk hat mich mein kleiner Schatz auch gleich angepieselt. Die Hebamme meinte nur:“ Na dann wissen wir ja schon, dass das auf alle Fälle funktioniert.“
 
Lennart kam um 20.45 Uhr am 14. Mai 2008 zur Welt., Er wog 3350 Gramm und war 52 cm lang.
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