Klara* – eine lockere Geburt

Der Muttermund war schon 8 cm weit. Die Hebamme im Kreißsaal sagte „Bitte legen sie sich hin, ich muss das CTG anhängen BEVOR das Kind da ist!“, aber ich habe nur „Immer mit der Ruhe“ gesagt und sie angegrinst.
Am 23.04 um 1 Uhr mitten in der Nacht wurde ich durch Wehen wach. Ich dachte mir nix dabei, drehte mich um und versuchte weiter zu schlafen – was nicht ging, da die Wehen angefangen haben, etwas mehr weh zu tun. Gegen 2 Uhr in der Nacht habe ich meinen Partner angerufen, der in Füssen an seinen Standort war (über 400 km von mir entfernt!) und ihm gesagt, dass er sich mit dem nächsten Zug auf den Weg nach Hause machen kann, da ich glaube, dass es losgeht.
 
Die Schmerzen wurden stärker und ich fing an die Wehen richtig zu veratmen. Dabei bin ich durch die Wohnung gelaufen und habe gehofft das der Kleine (4 Jahre alt) nicht wach wird. Als die Wehen immer stärker wurden hat mein Partner gesagt, ich solle seine Eltern anrufen, damit ich ins Krankenhaus kann und die auf den Kleinen aufpassen können. Gegen 4 Uhr habe ich das auch getan. Seine Mutter war ganz hibbelig und hat erst mal alle verrückt gemacht. Gegen kurz nach 5 Uhr morgens waren sie dann endlich bei mir. Ich habe meine Schwiegermutter Gabi schon von weitem gehört und stellte mich an die Wohnungstüre, veratmete dabei locker und mit einem Grinsem im Gesicht eine Wehe.
 
Gabi fragte mich, in welchen Abständen die Wehen denn kommen, und ich meinte ganz cool und locker „Ja, so alle 1 1/2 bis 2 Minuten.“ Gabi wurde wieder hibbelig und meinte: „Na dann ab ins Krankenhaus!“. Sie hat mich gefragt, ob sie mit darf und ich sagte ja. Gabi hat sich riesig gefreut! Dann habe ich in aller Ruhe ein Taxi angerufen, und von der Wohnungstür bis zum Taxi (keine 200 m) zwei Wehen verarmtet. Im Krankenhaus angekommen war es ca. 5.30 Uhr, ich bin zuerst ins Untersuchungszimmer gekommen und habe bei mir gedacht, „Naja der Muttermund wird erst bei 4-5 cm sein, also hab ich noch genug Zeit“.
 
Die Hebamme schaute mich an und meinte: „Muttermund bei 8 cm – ab in den Kreißsaal!“. Ups, da war ich etwas verwundert. Im Kreißsaal dann wieder eine heftige Wehe, und die Hebamme sagte „Bitte legen sie sich hin, ich muss CTG anhängen BEVOR das Kind da ist!“, ich hab dann nur zu ihr gemeint „Immer mit der Ruhe“, und habe sie angegrinst. Das CTG war seitlich angebracht, und plötzlich musste ich mich übergeben. Das kannte ich schon von der Geburt meines Sohnes und war mir auch egal.
 
Die Hebamme untersuchte mich dann während einer Wehe, weil ich ihr gesagt habe, dass ich jetzt mal endlich pressen will. Sie erklärte mir, dass die Fruchtblase richtig prall unter der Wehe war, aber ich sollte noch nicht pressen. Da habe ich ihr dann gesagt, sie soll die Fruchtblase aufmachen, ich will pressen!
 
Batsch und bei der nächsten Wehe war sie dann auf und ich hab endlich gedrückt. Mann, tat mir das gut, den Schmerz wegzupressen! Nach noch nicht einmal fünf Presswehen war meine Kleine dann um 6.38 Uhr auf der Welt mit 3970 Gramm Gewicht, sie war 53 cm groß und hatte einen Kopfumfang von 34,5 cm. Nach der Geburt hat die Hebamme gesagt, mit mir würde sie noch ganz viele Kinder bekommen, da ich so locker war und in den Wehenpausen noch Witze gemacht habe, und wir uns schlappgelacht haben. Und um 11.30 bin ich wieder nach Hause. Somit war ich nur etwas über 5 Stunden im Krankenhaus.
Mein Partner war abends gegen 18 Uhr endlich zuhause. 
 
Bildnachweis© Hannes Eichinger – Fotolia.com
 
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