Thüringen ernennt Kindertag zum Feiertag

Nach den nördlichen Bundesländern und Berlin zieht jetzt auch Thüringen nach: der Kindertag am 20. September ist ab diesem Jahr schul- und arbeitsfrei.

Einige deutsche Bundesländer haben in den letzten Monaten neue Feiertage festgelegt: Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein haben den Reformationstag am 31. Oktober angenommen und in Berlin wird dieses Jahr erstmalig der Frauentag am 8. März ein offizieller Feiertag sein. Nun zieht auch Thüringen nach und ernennt den Kindertag am 20. September schul- und arbeitsfrei.

In Thüringen wird der Kindertag zum offiziellen Feiertag (Bild ©stock.adobe.com)
In Thüringen wird der Kindertag zum offiziellen Feiertag (Bild ©stock.adobe.com)

Diesen Donnerstag hat der thüringische Landtag in Erfurt darüber abgestimmt und es besonders mit den Stimmen der Linken, Grünen und der SPD geschafft, dass der Kindertag zum Feiertag erhoben wird. Thüringen verfügt nun über elf arbeitsfreie Tage im Jahr. In den deutschen Bundesländern gibt es dazu keine einheitliche Regelung und so schwankt die Anzahl der freien Tage in den Bundesländern zwischen 9 und 14. Thüringen liegt mit elf Tagen noch immer im unteren Durchschnitt.

Nicht alle sind glücklich über diesen neuen Feiertag. Die Opposition, bestehend aus der CDU und der AfD, sieht den weiteren freien Tag kritisch und wirft der Landesregierung vor, mit dieser Aktion Wähler für die bevorstehende Landtagswahl im Oktober zu gewinnen. Außerdem könne der Tag die Wirtschaft schädigen, bestätigt auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.

Demnach würde der elfte Feiertag die Wirtschaft dauerhaft schädigen und die Wettbewerbsfähigkeit Thüringens einschränken. Untersuchungen der Bundesbank zufolge, sorge ein zusätzlicher Feiertag zu einem durchschnittlichen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 0,12 bis 0,25 Prozent pro Jahr. Der Kindertag könnte Thüringen so 70 Millionen Euro jährlich kosten.


Aus den Regierungsparteien sind die Stimmen deutlich positiver. Innenpolitiker Steffen Dittes sagte: „Wir können uns diesen Feiertag leisten.“ Auch der Innenminister Georg Maier findet klare Worte: „Wir sind auch dafür da, den Menschen Gutes zu tun.“ Dass der Kindertag besonders wichtig ist, findet auch Dirk Adams, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Damit ist ein Feiertag geschaffen, der uns an die Kinderrechte erinnert. Es gibt ein Recht auf eine behütete Kindheit.“

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