Mika – wunderbarer Wunschkaiserschnitt

Anna schreibt über die Geburt ihres Sohnes:
Ein lautes Schreien folgte und eine Sekunde später blickte ich in das kleine rote Gesicht, das mich aus Leibeskräften anschrie. Mein Arzt legte mir das Baby auf die Brust und wir konnten die ersten Minuten genießen. Uns flossen Tränen über das Gesicht. Erleichtert rief ich: „Okay, Ihr könnt mich zumachen, ich will hier raus.“

„Von den Sternen herab fiel eine kleine Seele in den Schoß der Erde. Das Wunder des Lebens ist erneut vollbracht. Wir sind stolz und überglücklich uns für Dich entschieden zu haben“ – das ist der Text, mit dem wir die Geburt unseres Sohnes mitgeteilt haben. Mikas Geburt war für mich ein wunderbares Wunder. Ein zweites Wunder.

Das erste Wunder, unsere Tochter Annalina, war gerade zwei Jahre und vier Tage alt, als ihr Bruder geboren werde sollte. Die erste Schwangerschaft endete sechs Wochen zu früh per Kaiserschnitt, weil ich ein Leber-Bauchspeicheldrüsen-Problem hatte. Die Sectio war für mich ein Spaziergang, darum war für mich klar, dass auch Mika so geboren werden würde. Es war also ein geplanter Wunschkaiserschnitt – etwas anderes kam für mich auch gar nicht in Frage, denn mein Mann hatte gerade einen neuen Job angetreten und war viel auf Reisen. Außerdem waren wir alle gerade in ein fremdes Land gezogen und ich hatte keine Familie für meine Große in der Nähe. So konnte alles planen und organisieren. Das hat mir wirklich den Druck und die Angst genommen.

Am Donnerstag, den 15.06.2006 war es endlich so weit! Der Tag der geplanten Sectio! Plötzlich war meine Aufregung wie verflogen. Die Große hatte mein Mann nach Deutschland zur Tante gebracht und sie war gut versorgt. Der Haushalt getan, die Kliniktasche gepackt und alles war für den neuen Ankömmling vorbereitet.

Als wir in der Klinik angekommen waren, brachte uns die Hebamme in ein Behandlungszimmer, wo die üblichen Untersuchungen wie Ultraschall, CTG usw. gemacht wurden. Alle waren sehr nett und fröhlich und familiär.

Da der OP-Termin erst auf 14 Uhr angesetzt war, hieß es nun warten. Ich machte es mir an diesem warmen sonnigen Junitag in meinem Krankenhausbett gemütlich und las eine Elternzeitschrift. Immer noch keine Spur von Nervosität. Mein Mann dagegen rannte von Ecke zu Ecke, schaute ständig aus dem Zimmer und fragte mich alle fünf Minuten: „Na, bist Du schon nervös?“ Ich lachte laut auf und vertiefte mich weiter in meiner Leselektüre.

Plötzlich ging die Tür auf und die Hebamme rief ins Zimmer: „So, Frau Schweden, es geht dann los.“ Nach wenigen Minuten befand ich mich schon beim Narkosearzt, der mir einen Zugang legte. Mein Mann durfte sich in dieser Zeit schon hübsch für den OP machen und stand neben mir, als mir völlig schmerzfrei die Spinalanästhesie gelegt wurde. Und dann ging alles ganz schnell.

Ich lag auf dem Tisch, der Sichtschutz zwischen mir und dem Bauch hing. Ein komisches Gefühl machte sich breit. Angst, Aufregung und mir war plötzlich so schlecht wie sieben Monate vorher. Während wir alle warteten, dass die Narkose wirkte, blicke ich noch rasch zur Fensterscheibe. Im benachbarten Waschraum winkte mir ein Mann mit Haube und Mundschutz beim Händewaschen zu. Und plötzlich rief er meinen Namen: „Hallo, ich war grad zufällig in der Nähe und da dachte ich, ich schaue mal vorbei und sehe, ob ich meinen Kollegen helfen kann.“ Puh – es war mein Gynäkologe.

Sein Einsatz bei meiner OP war für diesen Tag eigentlich nicht geplant, umso mehr war ich erleichtert, dass er doch Hand anlegte. Mein Kreislauf sackte glatt ein wenig zusammen vor Erleichterung.

Und los ging es. Mit einer ausgelassenen Stimmung, viel Humor und Nettigkeiten wurde am Tisch gewackelt und geruckelt bis mein Arzt mir um 15:20h verkündet: „Es ist ein Knabe!“

Ein lautes Schreien folgte und eine Sekunde später blickte ich in das kleine rote Gesicht, das mich aus Leibeskräften anschrie. Mein Arzt legte mir das Baby auf die Brust und wir konnten die ersten Minuten genießen. Uns flossen Tränen über das Gesicht und ich konnte es kaum glauben und erwarten, bis ich in ein gemütliches Bett mit meinem Baby umziehen konnte. Ich rief erleichtert über den Vorhang dem OP-Team zu: „Ok, Ihr könnt mich zumachen, ich will hier raus.“

Dieser Vorgang dauerte noch ein paar Minuten und Mika musste zusammen mit Papa die ersten Untersuchungen über sich ergehen lassen.

Im Aufwachraum spürte ich schon ganz schnell meine Beine wieder, das Taubheitsgefühl war fast weg. Mika kam ganz schnell wieder zu Mami zurück und ich habe jede Sekunde nur mein kleines Baby angeschaut und konnte das Wunder des Lebens nun zum zweiten Mal schon und noch immer nicht glauben.

Hier die technischen Daten: Mika wurde in SSW 38 plus 1 geboren, wog 3480 Gramm, hatte einen Kopfumfang von 36 Zentimetern und war 51 Zentimeter lang.

Ich kann wirklich sagen, dass beide Geburten wirklich einfach und schön waren. Am Tag nach Annalinas Geburt habe ich im Schneidersitz auf dem Bett gesessen. Bei Mika war das nicht ganz so einfach, aber ich habe nach drei Nächten selbst aus der Klinik entlassen, weil ich dringend wieder bei meiner großen Tochter sein wollte mich danach sehnte, mich in Ruhe mit beiden Kindern einkuscheln zu können. Die Tante hatte Annalina am Tag nach Mikas Geburt nach Hause zum Papa gebracht und beim Besuch in der Klinik war die frischgebackene Schwester ganz verzückt und fasziniert, dass Mika nicht mehr im Bauch war. „Müssen wir den mit nach Hause nehmen?“, überlegte sie laut…

Mittlerweile ist mein zweites Wunder 4,5 Jahre alt. Unvergessen und fast wie gestern bleibt die Geburt, die mich heute noch fasziniert und sprachlos macht.

Danke, dass es Dich gibt!

Bildnachweis: von privat

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