Matteo – alle Schmerzen vergessen

Unser Sohn Matteo lag immer quer in meinem Bauch und machte auch keine Anstalten, sich in irgendeiner Weise mit dem Kopf nach unten zu drehen. Meine Hebamme hat mir sogar eine Moxa -Zigarre an den kleinen Zeh gehalten und so versucht, ihn dazu zu bewegen, sich endlich zu drehen.

Drei Wochen vor dem errechneten Termin hatte ich einen Termin im Krankenhaus zur Lagebesprechung. Dort wurde mir gesagt, ich solle mir keine Gedanken machen, dann komme das Baby eben per Kaiserschnitt. Gesagt getan. Eine Woche später hatte ich einen Termin für einen Kaiserschnitt. Ich sollte einen Tag vorher ins Krankenhaus, damit noch einige Untersuchungen gemacht werden konnten. Zum Beispiel ein Test zur Blutgerinnung.

Als wir im Krankenhaus ankamen,  hat man uns ganz lieb aufgenommen und auch versucht, uns ein bisschen die Angst zu nehmen. Im Nachhinein gesehen, war diese Angst ja eigentlich auch unbegründet, wie alles funktioniert haben wir aber ja nun vorher nicht gewusst.

Am Abend wurde noch ein Ultraschall gemacht, um zu sehen, ob sich nicht doch noch etwas getan hat und der kleine Mann sich vielleicht doch noch gedreht hat – aber nichts da. Ich wurde rasiert bekam einen Klistier und noch ein CTG.
 
Am Morgen um 8 Uhr war es dann soweit. Mein Freund war schon um 7 Uhr zu mir ins Krankenhaus gekommen und wir zitterten beide. Ein Frühstück bekam ich nicht, dafür aber ein OP-Hemd. Ich wurde samt meinem Bett von einem Pfleger in den OP gefahren. An meiner Seite war natürlich immer mein Freund. Er musste sich nun ein OP-Hemd anziehen gehen. Beide waren wir nun im OP. Mann war das kalt dort – was ich auch der Ärztin sagte. Sie meinte, das müsse auch so sein, damit die Keime keine Chance hätten sich zu vermehren. Das war sehr einleuchtend.
 
Nun bekam ich eine Kanüle in die Handoberfläche, was wenn ich zurückdenke, eigentlich das Schlimmste war – es tat richtig weh. Ich musste mich nun auf dem OP-Tisch, nach vorn gebeugt, hinsetzen. Dann war es auch schon soweit und die Anästhesie wurde begonnen. Ich bekam eine kleine Spritze zwischen die Wirbel in den Rücken. Wie ich später erfuhr, war das nur die örtliche Betäubung, die aber nicht weh tat. Anschließend kam dann die PDA von der ich auch sagen muss, dass sie nicht schmerzhaft war. Nun wurde ich wieder von den Ärzten in die Waagerechte gebracht und die Narkose fing an zu wirken. Meine Beine wurden plötzlich ganz warm – endlich machte mir die Kälte im OP nichts mehr aus.
 
Jetzt ging alles ganz schnell. Erst wurde mit einem Kältespray auf meinem Bauch getestet, ob ich noch etwas spüre, dann mir wurde ein Katheter gelegt und los ging es. Eigentlich hab ich nur gemerkt, wie jemand etwas an meinem Bauch machte. Schmerzen hatte ich keine und als unangenehm empfand ich es auch nicht. Was mich störte, war dass meine Hände festgebunden waren und ich mich nicht kratzen konnte. Durch die PDA und die betäubten Nerven hatte ich das Gefühl, dass meine Nase plötzlich anfing wahnsinnig zu jucken. Gott sei Dank war mein Freund da, der mir nun ständig meine Nase kratzen musste.
 
Plötzlich hörte ich einen Schrei – und unser Baby war da! Es war ganz blau oder tiefrot. Sie sagten aber, dass das normal sei. Ich konnte Matteo noch kurz einen Kuss geben und dann waren er und sein Papa auch ganz schnell weg. Der Kinderarzt untersuchte unseren Sohn kurz und machte gleich die U1, der Papa schoss die ersten Fotos. Ich wurde noch zugenäht und schnell aus dem OP in den Kreissaal gefahren,.

Endlich konnte ich zu ersten Mal mein kerngesundes Baby im Arm halten. Ein tolles Gefühl. Eine Woche später waren die Kaiserschnittschmerzen, die ich wirklich nicht als so schlimm empfand, vergessen.“

Agenturbild: © Alison Conklin für istock.com

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