Celin – Geburt in 15 Minuten

„Ich hatte den ganzen Tag schon regelmäßige Wehen, doch komischerweise waren sie zwischendurch auch mal weg. Das wiederholte sich mehrfach und beim dritten Kind denkt man, man weiß wie das alles abläuft…“

Es war der 24. November 2003 … Ich hatte den ganzen Tag schon regelmäßige Wehen, doch komischerweise waren sie zwischendurch auch mal für ca. eine Stunde weg. Das wiederholte sich mehrfach und das beim dritten Kind denkt man, man weiß wie das alles abläuft. Mit meiner Hebamme sprach ich am Abend telefonisch ab, dass ich noch schnell in die Badewanne gehe und danach in die Klinik fahre.

In meiner Küche saßen drei Männer: mein Mann Heiko, mein Cousin und der Pate meiner großen Tochter. Ich sagte kurz Bescheid, dass wir dann bald fahren müssten und ging ins Bad. Ich saß noch nicht einmal richtig in dem angenehm warmen Wasser, da bekam ich schon die erste Presswehe! Ich hechelte sie weg und kämpfte mich aus der Wanne um mich abzutrocknen und anzuziehen -so gut das unter diesen Bedingungen möglich war.

Nach einer Weile kam mein Mann zur Tür herein und wollte sich noch eben schnell rasieren. Ich sagte, er müsse sich jetzt beeilen, die Geburt sei schon voll im Gange. Heiko hatte schon Rasierschaum im Gesicht – doch dann bekam er mit, wie ich auf dem Hocker saß und drückte und hechelte. Er schnappte nur noch schnell ein Handtuch und rief aus dem Bad meinen Cousin Johannes herbei.

Total putzig sprang Johannes um mich herum und brachte mich aus unserer Wohnung in der 3. Etage bis ins Auto. Voller Sorge fragte er immer wieder. „Geht’s noch?“ Heiko brachte die Tasche mit und wir fuhren los. Ich konnte durch die Hose durch schon den Kopf des Babys an meiner Hand spüren, ich merkte auch nicht, dass wir mit 130 km/h durch die gefährliche Doppelkurve auf der Landstraße flogen. Ich schnauzte nur meinen Mann, an er soll endlich schneller fahren, schließlich gucke schon der Kopf raus!!

So schafften wir eine Fünf-Minuten-Fahrt in zwei Minuten. Heiko hielt genau vor der Eingangstür der Klinik, rannte rein und sagte etwas panisch: „Unser Kind kommt!“ Die Frau an der Theke sagte ganz ruhig, wir sollen den Fahrstuhl nehmen … doch dann sah sie mich im Auto sitzen. Ich war echt bitterböse, aus dem Auto kam ich nicht raus und die Hose bekam ich auch nicht aus. Ich meckerte die Frau und Heiko an, sie sollen mir doch endlich die Hose ausziehen. Um mich herum nahm ich nichts mehr wahr, nur, dass mein Kind raus wollte und ich die Geburt nicht länger aufhalten konnte.

Dann ging alles recht schnell, eine Hebamme kam mit zwei Schwestern und sie brachten mich mit einem Rollstuhl in den Kreissaal. Als mich drei Leute hoch hoben, zog mir endlich jemand die Hose aus und mein Kind kam gleich hinterher, noch bevor ich auf dem Bett lag. Das alles spielte sich in 15 Minuten ab.

Eine Stunde später sind wir zu dritt nach Hause gefahren. Dort erwartete uns schon Johannes völlig fassungslos, das schon alles vorbei war. Zum Glück ist alles gut gegangen, unsere kleine Celin war wunderschön und gesund. Im Nachhinein dachte ich oft, wäre ich doch einfach in der Wanne sitzen geblieben, dann hätte ich das Ganze wesentlich angenehmer geschafft.

 
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