Entspannte Geburt in der 42. SSW – Maria

Ab der 20. SSW hatte ich immer wieder vorzeitige Wehen. In der 31. SSW war ich im Urlaub und minütlich kamen Wehen. Trotzdem wurde meine Tochter erst in der 42. SSW geboren – und das in einer wunderbar entspannten Atmosphäre…

Maria Teresa ist mein drittes Kind. Meine zweite Tochter war ein Frühchen und nun hatte ich auch in dieser Schwangerschaft schon ab der 20. Schwangerschaftswoche immer wieder vorzeitige Wehen.

Als ich in der 31. Schwangerschaftswoche war, fuhren wir eine Woche nach Italien, um uns zu erholen. Denn anschließend wollten wir in unsere neue Wohnung umziehen.>

Mitten im Urlaub, an einem heißen Nachmittag im August, bekam ich Wehen. Alle drei Minuten, alle zwei Minuten… und wir machten uns auf die Suche nach einem Krankenhaus. Das erste hatte keine Entbindungsstation. Dann fanden wir 35 Kilometer weiter endlich ein anderes Krankenhaus. Die Wehen kamen inzwischen im Minutentakt. Die Hebamme meinte, es würde zweieinhalb (!!) Stunden dauern, bis die Ärztin einträfe. Es war 19.30 Uhr und die Ärztin war schon zu Hause.

Da ich noch nicht in der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche war, durfte die Hebamme selbst mich nicht untersuchen. Alles Betteln half nichts und so beschlossen wir, im Ernstfall die Heimfahrt nach Deutschland zu riskieren. Nach 900mg Magnesium und Bettruhe beruhigte sich jedoch die Situation. Entwarnung.

Zurück in Deutschland zogen wir unseren Wohnungswechsel durch. Immer wieder hatte ich Wehen und eine Woche vor Termin verbrachte ich eine Nacht im Kreißsaal – genügend Wehen auf dem CTG, aber der Muttermund blieb bei zwei Zentimeter.

Nachdem wir sogar bei 41+1 angekommen waren, fuhren wir mal wieder in den Kreißsaal – bester Hoffnung nun doch endlich unser Baby zu bekommen. Doch nach einer ganzen Nacht und einem ganzen Tag guter Wehen und wenig Schlaf blieb der Muttermund felsenfest bei den zwei Zentimetern.

Ich war völlig fertig und dachte, ich sei nicht im Stande dieses Kind zur Welt zu bringen.
Die Hebamme schickte mich nach Hause und wir vereinbarten, am nächsten Tag einzuleiten.

Um 9.30 Uhr klingelten mein Mann und ich am Kreißsaal. Es war der 01.11. und wunderbares Wetter!

Nach den Untersuchen und dem CTG legte mir die Hebamme um 11.00 Uhr das PG-Gel. Eine Stunde musste ich liegen bleiben, dann besuchten wir meine Großeltern, die unsere beiden Töchter hüteten.

Die Wehen waren gut. Um 14.00 Uhr – zurück im Kreißsaal – das nächste CTG und um 14.45 Uhr untersuchte mich die Hebamme: Mein Muttermund war IMMER NOCH bei zwei Zentimetern. Plötzlich platzte die Fruchtblase. Eigentlich rechnete ich damit, noch eine Portion Gel zu bekommen, aber wir beschlossen noch eine Runde zu drehen.

Auf dem Gang wurden die Wehen immer intensiver. Da mir schwindlig wurde, kehrten wir um und von der Hebamme bekam ich eine Glucose-Lösung an den Tropf gehängt.

In der Zwischenzeit bereitete sie mir die Badewanne vor. Bei meiner ersten Geburt hatte mir das Wasser sehr gut getan.

Mein Mann half mir tapfer von einer Wehe zur nächsten, immer schön atmen… Die taten nun richtig weh!

Um 15.35 Uhr legte ich mich in die Wanne und kurze Zeit später bat ich um ein Schmerzmittel. Die Hebamme meinte, sie müsse erst untersuchen und dabei sagte sie mir: „Für ein Schmerzmittel ist es zu spät, der Muttermund ist komplett geöffnet!“

Kaum hatte sie den Satz zu Ende gesprochen, setzten die Presswehen ein. Mein Mann massierte mir den Nacken und ich hielt mich an dem Tuch über der Wanne fest.

Die Hebamme rief schnell die Ärztin und nach nur zwei Mal pressen war der Kopf geboren. Die Hebamme bremste mich immer wieder um einen Dammriss zu vermeiden und da die Situation so wunderbar entspannt war, konnte ich mich einigermaßen konzentrieren.

Um 15.59 Uhr lag Maria Teresa auf meinem Bauch und ich selbst durfte die Nabelschnur durchtrennen.

Ich konnte nur noch weinen vor Glück! Und dank dem warmen Wasser, der entspannten Atmosphäre und der guten Arbeit meiner tollen Hebamme war nicht mal was gerissen. Und schon am nächsten Morgen genossen wir unser Familienglück in unseren eigenen vier Wänden!

Bild:© von privat
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