Sex in der Schwangerschaft – was zu beachten ist

Schwangerschaften sind so verschieden wie die Menschen an sich – auch die Lust einer Frau lässt sich in kein Raster schieben. Allerdings gibt es ein paar Situationen, in denen sich viele Schwangere wiederfinden. So auch beim Thema Sex. Steigert sich die Lust? Geht Sex mit Babybauch überhaupt? Und wie klappt Sex mit Babybauch am besten?

Sex in der Schwangerschaft – nicht jede Frau traut sich, mit ihren Freundinnen, Kommilitoninnen oder mit der eigenen Ärztin offen darüber zu sprechen. Und doch fragen sich viele: Steigert sich die Lust während der Schwangerschaft? Geht Sex mit Babybauch überhaupt? Welche Stellung ist erprobt, bis zu welcher Schwangerschaftswoche sind Aktivitäten im Bett sicher?

Erstes und zweites Schwangerschaftsdrittel

Erst einmal: Es spricht nichts dagegen, während der Schwangerschaft Sex zu haben! Das Baby ist durch die Gebärmutter und das Fruchtwasser gut geschützt und nimmt bei ’normalem‘ Geschlechtsverkehr keinen Schaden.

Manche körperlichen Veränderungen können die Lust auf Sex erhöhen: So sorgen die Schwangerschaftshormone dafür, dass die Geschlechtsorgane stärker durchblutet sind. Klitoris und Schamlippen sind dadurch empfindsamer und die Frau kann leichter erregbar sein – auch von stärkeren Orgasmen ist die Rede. Der Körper bildet dazu mehr Scheidensekret, was die Gleitfähigkeit erhöht und die Brustwarzen sind empfindlicher.

All dies kann aber auch dazu führen, dass eine Berührung der Vagina oder der Brüste als unangenehm oder sogar schmerzhaft empfunden wird. Ob körperliche Veränderungen die Lust also steigern oder nicht, ist von Frau zu Frau verschieden – und kann sich im Verlauf der Schwangerschaft auch wieder wandeln. Gerade in den ersten Wochen der Schwangerschaft kann die Übelkeit, die häufig bei Schwangeren auftritt, die Lust vermindern. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel, wenn die Symptome abklingen, fühlen sich die meisten Schwangeren wieder wohler. Oft stellt sich dann das Bedürfnis nach lustvollen Aktivitäten wieder ein.

Schwanger und Sex? (© Thinkstock)
Schwanger und Sex (© Thinkstock)

Sex im letzten Schwangerschaftsdrittel

Im letzten Schwangerschaftsdrittel nimmt die sexuelle Lust bei vielen Frauen wieder ab. Der wachsende Bauch und die eingeschränkte Beweglichkeit (man kommt ja nicht mal mehr an die eigenen Füße!) machen es durchaus schwierig, eine bequeme Stellung zu finden. Die Löffelchenstellung ist hier und auch während der frühen Schwangerschaft zu empfehlen. Sie ist für beide Partner bequem und der Bauch ist nicht im Weg. Nachteil: Man kann seinen Partner schlecht sehen, allerdings helfen Küsse im Nacken und das gegenseitige Streicheln dieses Manko auszugleichen.

Vielleicht kommt auch die Sorge hinzu, nicht mehr vollends attraktiv zu sein, selbst wenn der Partner signalisiert, dass er die neuen Rundungen seiner Frau oder Freundin anziehend findet. Überwiegend wünschen sich Schwangere in dieser letzten Phase Nähe, Zärtlichkeit und Geborgenheit von ihrem Partner.

Und die Männer..?

Männer finden den veränderten Körper ihrer Frau oft faszinierend und aufregend. Der runde Bauch und der größere Busen können als erotische Signale auf den werdenden Vater wirken und eine enorme sexuelle Anziehungskraft ausüben.

Es kann aber auch sein, dass sich beim Mann ein Gefühl von Verunsicherung einstellt. Auf manche Männer wirkt der Bauch der Schwangeren oder das Austreten von Vormilch aus der Brust eigenartig. Manchmal haben Männer Angst – unbegründet! – ihrer Partnerin oder dem ungeborenen Kind beim Sex zu schaden.

Wann ist Vorsicht geboten?

Es gibt ein paar Ausnahmesituationen, bei denen Vorsicht geboten ist. Bei bestimmten Schwangerschaftsrisiken kann es nötig sein, beim Sex auf das Eindringen des Penis in die Scheide zu verzichten. Dazu zählen Infektionen, Blutungen, vorzeitige Wehen, ein ungünstig liegender Mutterkuchen (beispielsweise eine Plazenta praevia) oder ein Blasensprung. Vorsicht ist außerdem geboten im ersten Drittel der Schwangerschaft, falls die Schwangere schon einmal eine frühe Fehlgeburt hatte, im letzten Schwangerschaftsdrittel, wenn sich eine Frühgeburt abzeichnet und bei Mehrlingsschwangerschaften. (Diese Information ist der Webseite familienplanung.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) entnommen.)