Kein Hinweis auf Zusammenhang zwischen MMR-Impfung und Autismus

Dänische Forscher haben in einer Langzeitstudie mit über 650 000 Kindern untersucht, ob die Dreifachimpfung MMR
(Masern, Mumps, Röteln) bei Kindern Autismus auslöst.

Der dänische Wissenschaftler Anders Hviid und sein Team haben am Statens Serum Institut in Kopenhagen Gesundheitsdaten von 657.461 Kindern ausgewertet, die zwischen 1999 und 2010 geboren und bis 2013 untersucht wurden.
Zu dem Thema gibt es bereits mehrere Studien, die den Zusammenhang von Impfungen und Autismus widerlegen konnten. Allerdings verfügte bisher keine über einen solch umfangreichen Datensatz.

Für die neue Studie wurden Daten aus dem dänischen Impfregister und dem Patientenregister ausgewertet, was unter anderem Informationen zu Autismuserkrankungen enthält.

Symbolbild Impfen (©stock.adobe.com)

Die Impfrate beträgt in Dänemark über 95%. Neben den Impfdaten lagen auch Informationen zu Autismus-Risikofaktoren vor wie das Alter der Eltern, eine Autismus-Spektrum-Störung bei einem Geschwisterkind, Frühgeburten, Schwangerschaftskomplikationen, Rauchen in der Schwangerschaft oder ein niedriges Geburtsgewicht.

Im Journal „Annals of Internal Medicine“ wurden jetzt die Ergebnisse vorgestellt. Die wichtigste Erkenntnis lautet, dass es unter geimpften Kindern statistisch nicht mehr Fälle von Autismus gibt, als bei ungeimpften Kindern. Tatsächlich gab es in der Studie sogar weniger geimpfte Kinder mit Autismus als ungeimpfte Kinder mit Autismus, dieses Ergebnis sei aber nicht signifikant.

Auch in der Teilgruppe, die ein erhöhtes Autismus-Risiko aufwies, gab es keine Verstärkung des Risikofaktors durch die MMR Impfung. In der gesamten Studie wurde 1% der Kinder eine Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert.


Impfkritiker vertreten häufig die Annahme, dass Impfungen bei Kindern zu Autismus führen können. Diese Vorstellung geht auf den britischen Arzt Andrew Jeremy Wakefield zurück. Er veröffentlichte 1998 eine Studie, die belegen sollte, dass die MMR Dreifachimpfung Autismus auslöst.

Auch nachdem öffentlich bekannt wurde, dass diese Untersuchungen Fehler enthielt, unethische Forschungsmethoden angewendet wurden und die Ergebnisse in unwissenschaftlicher Weise interpretiert wurden, hat sich die Aussage in vielen Köpfen festgesetzt. Mittlerweile hat Wakefield seine Zulassung verloren.