Zeckenalarm: „Die höchste Zahl an Zecken in den letzten zehn Jahren“

2018 wird ein Zeckenjahr – das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung warnt vor der höchsten Zahl von Zecken seit Beginn der Untersuchungen. Diese Regionen sind besonders betroffen:

Das kann für uns und unsere Kinder gefährlich werden – denn Zecken sind Hauptüberträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Viele fürchten sich, wenn sie Zecken sehen, gerade vor einer FSME-Infektion oder vor einer noch häufiger auftretenden Borreliose-Infektion.

Seit 10 Jahren untersucht der Wissenschaftler Gerhard Dobler am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München die Ausbreitung und Aktivität des FSME-Virus in Deutschland. Für 2018 wurde mit 443 Zecken die höchste je gefundene Zeckenzahl vorausgesagt und Dobler weiß mittlerweile, dass sich auch diese Voraussage genau erfüllen wird. „Wir haben die höchste Zahl von Zecken, die wir seit Beginn der Untersuchungen gesammelt haben – gut für die Zecken, schlecht für uns.“

Nach einem Tag in der Natur sollten Kinder sorgfältig auf Zecken untersucht werden – der eigene Körper natürlich auch (© Getty Images)

Die Experten um Dobler haben ein komplexes Modell mitentwickelt, mit dem sie die Zeckendichte bereits im Winter für den jeweils kommenden Sommer voraussagen können. Grundlage ist die Zählung von Jungtieren in einem Infektionsherd in Süddeutschland.

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In das Modell fließen noch andere Kennwerte mit ein – zum Beispiel die Zahl der Bucheckern zwei Jahre vor dem aktuellen Sommer, sowie die jährliche Durchschnittstemperatur und die Wintertemperatur im Jahr davor ein. Je mehr Bucheckern es zwei Jahre vor dem fraglichen Sommer gibt, umso mehr Wild und Nagetiere haben Futter und dienen wiederum als Überträger der Zecken, die dann ebenfalls vermehrt auftauchen.

FSME

Letztes Jahr erkrankten fast 500 Menschen an FSME (Robert-Koch-Institut). 85 % dieser Fälle traten in Bayern und Baden-Württemberg auf – beide Bundesländer sind FSME-Risikogebiete. Insbesondere in sogenannten Risikogebieten sollte man auf Zecken achten, raten die Forscher. Dort tragen besonders viele die gefährlichen Viren in sich. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) empfiehlt Menschen, die sich in den Risikoregionen öfter in freier Natur aufhalten, sich gegen FSME impfen zu lassen.

Als FSME-Risikogebiete gelten momentan 156 Kreise in Deutschland. Das sind zehn mehr als noch 2017. Fast ganz Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen und des Saarlands sind davon betroffen.

Die Risikokreise sind dieses Jahr gestiegen © Robert Koch-Institut 2018

Borreliose

Deutlich häufiger als FSME übertragen Zecken in Deutschland Lyme-Borreliose, deren Erreger es landesweit gibt. Laut Robert Koch-Institut tritt in Deutschland im Schnitt bei 5 % der Menschen nach einem Zeckenbiss eine solche Infektion auf.

Allgemein gilt: Je schneller Zecken nach einem Biss entfernt werden, desto geringer ist das Infektionsrisiko. Dahersollte man den Körper (und den der Kids)  im Sommer nach einem Aufenthalt im Freien sorgfältig absuchen. Wer eine Zecke entdeckt, sollte sie am besten mit einer spitzen Pinzette oder Zeckenkarte möglichst weit vorne an der Bissstelle greifen und mit leichtem Rütteln aus der Haut entfernen. Von größeren Drehbewegungen rät man eher ab. Wichtig ist noch, den vollgesogenen Körper der Zecke nicht zu drücken.
Bleibt doch ein Teil der Zecke stecken, stößt ihn unser Körper ähnlich wie bei einem Splitterchen nach einer gewissen Zeit von selbst ab. Bildet sich jedoch eine Entzündung, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der die Überreste entfernt.

Wie man Zecken vorbeugen und sie richtig entfernen kann, lest ihr in unserem ausführlichen Artikel hier.

Mehr Informationen vom Deutsche Zentrum für Infektionsforschung findet ihr unter diesem Link.

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