Wissenschaftler warnen: Zecken fast das ganze Jahr aktiv

Milde Winter lassen Zecken in Deutschland zunehmend ganzjährig aktiv sein und begünstigen zudem die Ausbreitung der gefährlichen Krankheitsüberträger. Neben Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen sie Borreliose. Vor allem Bewohnern oder Urlaubern in FSME-Risikogebieten wird eine Impfung gegen FSME empfohlen.

Milde Winter lassen Zecken zunehmend ganzjährig aktiv sein, berichteten vor kurzem Wissenschaftler (u.a. in „Welt“). Die gefährlichen Krankheitsüberträger, die Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verursachen können, werden somit nicht nur in den Monaten März bis Oktober zu einem Problem. Die hohe Aktivität könnte auch zur Ausbreitung sogenannter FSME-Risikogebiete führen. Experten raten daher Betroffenen zur rechtzeitigen FSME-Impfung.

Zecken
Krankheitsüberträger Zecke zunehmend ganzjährig aktiv (© panthermedia.net, Margaritta Rehm)

Zecken übertragen nicht nur gefährliche Krankheiten, sondern können auch Temperaturen von über minus 20 Grad standhalten, jahrelangen Hunger und sogar einen Vollwaschgang durchstehen.

Normalerweise halten die winzigen Blutsauger von November bis Ende Februar Winterruhe. Erst ab Temperaturen von ca. 6 Grad werden sie aktiv und begeben sich auf die Suche nach einem Wirt. Milde Winter jedoch, wie es der diesjährige Winter war, seien daher laut Experten „wahre Zeckenwinter“.

Solch milde Winter führen aber nicht nur dazu, dass die Zecken fast ganzjährig aktiv sind, sondern begünstigen auch deren Ausbreitung.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist die Zahl der FSME-Erkrankten mit 420 Betroffenen im Jahr 2013 auf den bisher höchsten Stand geklettert. Im Jahre 2012 waren es noch 195 Fälle. In diesem Jahr habe es laut RKI bereits fünf FSME-Infektionsmeldungen gegeben.

Wer in FSME-Risikogebieten lebt oder eine Reise plant, sollte sich daher rechtzeitig impfen lassen. Symptome einer FSME-Erkrankung können u.a. Lähmungen, Störungen der Koordination, des Sprechens und des Bewusstseins sein. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 28 Tage. Bei einem Prozent der Betroffenen kann auch ein tödlicher Krankheitsverlauf erfolgen.

Gegen eine Borreliose-Erkrankung kann man sich hingegen nicht impfen lassen, diese sei aber bei früher Erkennung durch eine Antibiotika-Behandlung vielversprechend heilbar.

Der beste Schutz ist lediglich die Vermeidung von Zeckenbissen. Daher sollte man bei einem Aufenthalt in der Natur möglichst helle, geschlossene Kleidung tragen und stets danach den Körper auf Zecken absuchen. Nach einem Stich das Tier mit sehr feiner Pinzette oder Zeckenkarte schnell entfernen. Manch Experten empfehlen sogar, die Zecke einfach mit einer scharfen Rasierklinge abzuschneiden, sodass nur der Stichapparat in der Haut verbleibt. Was die richtige Methode ist, ist jedoch noch umstritten.

Mehr zu den FSME-Risikogebiete finden Interessierte bei www.impfen.de oder auf der RKI-Website.

1 Gedanke zu “Wissenschaftler warnen: Zecken fast das ganze Jahr aktiv”

  1. Jedes Jahr aufs Neue startet in den Medien, Apotheken und Arztpraxen eine groß angelegte „Aufklärungs- und Impf-Kampagne für die so vermeintlich häufige und bedrohliche FSME.

    Statistisch mit einem Todesfall pro Jahr in Deutschland!

    Der Lyme-Borreliose aber, die die Patienten zu tausenden in eine gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Katastrophe stürzt, ist noch immer nur eine Randbemerkung wert.

    Das Forum von OnLyme-Aktion.org bietet verzweifelten Betroffenen Hilfe.

Kommentare sind geschlossen.