Ab 2015 weniger Geld für Alleinerziehende

Ab dem kommenden Jahr dürfen Unterhaltspflichtige mehr Geld für sich behalten. Für viele Alleinerziehende und ihre Kinder bedeutet die neue „Düsseldorfer Tabelle“, dass sie mit noch weniger auskommen müssen.

Familienrichter halten sich bei der Festlegung von Unterhaltszahlungen an die “ Düsseldorfer Tabelle“. Sie ist kein Gesetz, gilt aber als Richtlinie für die Regelung von Unterhaltsansprüchen. Die Tabelle wird in Abstimmung mit den Oberlandesgerichten und dem Deutschen Familiengerichtstag herausgegeben. Ab dem 1.1.2015 werden die Sätze der Tabelle nun erneut angepasst.

Der Anspruch auf die Höhe des Kinderunterhalts bleibt gleich. Doch die neue Tabelle sieht einen höheren Selbstbehalt für die Unterhaltspflichtigen vor. Erwerbstätigen steht dann 1080 statt wie bisher 1000 zu, Nicht-Erwerbstätigen 880 statt 800 Euro im Monat. Ein Rechenbeispiel: Ein Vater verdient 1600 Euro netto. Seine zwei Kinder sind 8 und 13 Jahre alt.

Ab 2015 weniger Geld für Alleinerziehende (© Thinkstock)
Ab 2015 weniger Geld für Alleinerziehende (© Thinkstock)

 

Laut Düsseldorfer Tabelle stünde dem älteren Kind 448 Euro Unterhalt zu, seinem jüngeren Geschwisterkind 383 Euro. Der Mutter der Kinder müsste der Unterhaltspflichtige demnach 832 Euro im Monat zahlen. Da der Vater aber ja einen Selbstbehalt von 1080 Eur hat, können nur 520 Euro gezahlt werden. Bisher waren es 600 Euro. Die Mutter der Kinder hat nun durch den geänderten Anspruch 80 Euro weniger im Monat zur Verfügung.

Auch die öffentlichen Kassen werden dank der Änderung voraussichtlich mehr belastet, denn wenn Unterhaltspflichtige weniger zahlen müssen, werden die Sozialkassen in vielen Fällen die Differenz zahlen müssen.

Auszug aus der Düsseldorfer Tabelle
Auszug aus der Düsseldorfer Tabelle – Kindesunterhalt ab 1.1.2015

„Das Nachsehen haben die Kinder, denn sie werden vielfach weniger Unterhalt bekommen“, so Edith Schwab, VAMV-Bundesvorsitzende des Vereins für Alleinerziehende Mütter (VAMV). Beim Kindesunterhalt stehe die dritte Nullrunde seit 2010 an.  „Wenn die Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen sinkt, bekommen Kinder weniger Unterhalt. Bei niedrigen Einkommen fehlen dem Kind die 80 Euro, welche der Barunterhaltspflichtige behalten darf. Alleinerziehende müssen die einseitige Erhöhung ausbaden, sie haben keinen Selbstbehalt, “ kritisiert Schwab.

Ein PDF mit den genauen Angaben der Düsseldorfer Tabelle kann auf der Website des OLG Düsseldorf kostenlos heruntergeladen werden.