Weltweiter Müttervergleich: Deutschland unter Top 10

Statistisch betrachtet ist es in der Demokratischen Republik Kongo gefährlicher eine Frau oder ein Kind zu sein als ein bewaffneter Kämpfer. Im neuen „Report State of the World’s Mothers“ der internationalen Kinderrechtsorganisation Save the Children wird die Lebenssituation von Müttern weltweit untersucht. Deutschland landet unter den Top 10.

Die internationale Kinderrechtsorganisation Save the Children veröffentlichte diese Woche zum 15. Mal ihren „Report State of the World’s Mothers“ (PDF-Datei). Darin wird die Lebenssituation von Müttern in 178 Ländern verglichen.

Wie auch im letzten Jahr belegt Finnland unter allen Nationen Platz 1, Schlusslicht ist Somalia und Deutschland landet unter den Top 10.

State of the World's Mothers Report 2014
Mütter-Index 2014: Müttern geht es in Finnland am besten (© Thinkstock)

Im „Report State of the World’s Mothers“ werden Müttergesundheit, Kindersterblichkeit, Schulbildung und Einkommen sowie der gesellschaftspolitische Status von Frauen weltweit bewertet. Daher verdeutlicht der Report die enorme Kluft zwischen den erst- und letztplatzierten Ländern sowie die Lebensumstände von Müttern und ihren Kindern in Krisen und Katastrophen.

Am besten geht es demnach Müttern in Finnland (Platz 1) und am schlechtesten in Somalia. Deutschland landet beim Ranking auf Platz 8 (im Vorjahr noch Platz 9).

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State of the World's Mothers Report 2014
Mütter-Index 2014 (© Save the Children)

Die Einzelkriterien des Berichts offenbaren die teils prekären Verhältnisunterschiede: Während in Schweden (Platz 3) laut Statistik eine von über 14.000 Müttern stirbt, stirbt im Tschad eine von 15. In Sierra Leone (Platz 172) stirbt statistisch jedes 5. Kind vor seinem fünften Geburtstag, in Island (Platz 4) besteht diese Gefahr nur für eins von 435 Kindern.

Laut Save the Children ist das Risiko, in Krisen ums Leben zu kommen, für Frauen und Kinder weltweit 14-mal höher als für Männer. Statistisch betrachtet ist es in der Demokratischen Republik Kongo gefährlicher eine Frau oder ein Kind zu sein als ein bewaffneter Kämpfer. Nationen wie die Demokratische Republik Kongo, Niger oder Mali befinden sich seit dem ersten Report 2000 stets unter den zehn letztplatzierten Ländern, da sie seit Jahren oft von bewaffneten Konflikten und/oder Naturkatastrophen betroffen sind.

„Die hohe Mütter- und Kindersterblichkeit in Krisengebieten überrascht uns nicht, bleibt jedoch für Save the Children nicht hinnehmbar. Der Zugang zu medizinischer Versorgung muss auch dort gesichert werden, wo schwache staatliche Kapazitäten und Konflikte mit hoher Unsicherheit herrschen. Die positiven Entwicklungen belegen, dass Leben trotz humanitärer Katastrophen sofort gerettet werden können. Beispielsweise in Äthiopien hat sich seit 2000 die Müttersterblichkeit um zwei Drittel reduziert. Kein anderes Land auf dem afrikanischen Kontinent hat solche erfreulichen Fortschritte gemacht. Werden die Lebensumstände für Mütter verbessert, hat dies direkte Auswirkungen auf ihr Überleben“, erläutert Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland e.V..

Den vollständigen Report (englisch) können Interessierte per Download unter http://ots.de/1NSvk beziehen. Die deutsche Zusammenfassung steht zum Download unter http://ots.de/VN1iy zur Verfügung.

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