Wegen der WM morgens später in die Schule?

Am 12. Juni beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Schüler, die die Spiele spät abends im Fernsehen schauen wollen, müssen am nächsten Morgen trotzdem zeitig in der Schule sein. Doch in einigen Bundesländern wird gerade darüber diskutiert, ob der Unterricht nach Deutschland-Spielen später starten kann.

Bald geht das Fußballfieber in Deutschland los. Für Schüler, die abends am Fernseher die Spiele verfolgen, bedeutet das: morgens mit müden Augen in der Schule sitzen und versuchen, dem Unterricht zu folgen. Doch in einigen Bundesländern ist ein späterer Schulstart möglich. Manche Politiker setzten sich für einen Ausnahmezustand während der Weltmeisterschaft ein.

Thomas Gehring, bildungspolitischer Sprecher der Grünen, hat die Diskussion angestoßen. Er forderte, dass Schulen nach einem Deutschland-Spiel, das mitten in der Woche statt findet und spät endet, später mit dem Unterricht beginnen sollen. Sein Vorschlag stieß auf parteiübergreifende Zustimmung.

Während der WM morgens später in die Schule? (© Thinkstock)
Während der WM morgens später in die Schule? (© Thinkstock)

Die Bild-Zeitung berichtete, dass in acht Bundesländern die Möglichkeit bestünde, dass der Unterricht für Lehrer und Schüler später beginnt. Das würde für viele Fans bedeuten: abends lange Fußball gucken und am nächsten Morgen trotzdem fit Deutsch und Mathe büffeln. Voraussetzung dafür müsste allerdings sein, dass kein Unterricht ausfällt.

Eine spezielle WM-Regelung wäre in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen möglich. Hessen stellt einen besonderen Fall dar: Erst wenn die deutsche Mannschaft ins Achtel-Finale kommt, gibt es die Möglichkeit, den Unterricht zu verschieben.

Die NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann sieht keinen Anlass, wegen der WM eine Ausnahme zu machen, äußerte sie sich gegenüber der Bild-Zeitung. Demnach wird es in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein keine verschobenen Unterrichtszeiten geben.