Kita-Streik: Warnstreiks in ganz Deutschland – viele Kitas bleiben geschlossen

Hintergrund der Streiks in ganz Deutschland ist die dritte Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Diese Verhandlung findet vom 15.-17. April in Potsdam statt. Die Gewerkschaften Verdi und GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) fordern eine Lohnerhöhung von 6 Prozent für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst. Auch nach bisher zwei Verhandlungsrunden ist noch keine Einigung in Sicht.

Deshalb soll es beispielsweise an den Flughäfen in Frankfurt am Main, München, Köln, Bremen und anderen Städten zu massiven Streiks kommen. Der Frankfurter Flughafen, der größte deutsche Verkehrsflughafen, warnte bereits vor „erheblichen Verzögerungen“ und Ausfällen. Aber nicht nur Flughäfen sind Streikziele – auch viele Betriebe und Kitas sind betroffen. Verdi informiert auf seiner Website mit Pressemitteilungen und Ankündigungen, wer wo wann und wie betroffen sein könnte.

Kita-Streiks - viele Kitas bleiben geschlossen (Symbolfoto © Getty Images)
Kita-Streiks – viele Kitas bleiben geschlossen (Symbolfoto © Getty Images)

Für viele Eltern bedeutet der kurzfristige Kita-Streik Stress und Suche nach einer alternativen Betreuungsmöglichkeit, nur in Ausnahmefällen dürfen Arbeitnehmer zu Hause bleiben, etwa wenn der Kindergarten spontan bestreikt wird und es tatsächlich keine andere Betreuungsmöglichkeit gibt – unbedingt erforderlich ist hierbei jedoch die Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Bei angekündigten Streiks müssen Eltern eine Ersatzbetreuung organisieren: andere Eltern, Verwandte oder zur Not einen Babysitter.

In Rücksprache mit dem Arbeitgeber sind auch unbezahlte oder bezahlte Urlaubstage oder die Arbeit im Homeoffice möglich. Manche verständnisvollen Chefs richteten in der Vergangenheit auch schon mal eine spontane Kinderbetreuung im Büro ein oder Eltern könne ihre Kinder mit den Arbeitsplatz bringen, wenn keine Sicherheitsrisiken dagegen sprechen.

Checkliste für alternative Kinderbetreuungsmöglichkeiten:

  • Ist kurzfristig bezahlter oder unbezahlter Urlaub möglich?
  • Verwandte, Freunde
  • Ist Homeoffice möglich?
  • Erlaubt Arbeitgeber die Mitnahme der Kinder an den Arbeitsplatz?
  • Lässt sich mit anderen betroffenen Eltern eine Notfallgruppe mit stundenweise, abwechselnder Betreuung organisieren?
  • Gibt es im Ort Tagespflegeeinrichtungen oder Tagesmütter- oder Väter, bei denen einen Notfallbetreuung möglich ist?
  • Lässt sich kurzfristig ein Babysitter organisieren?
  • Gibt es im Ort einen Notbetreuungsdienst z.B. vom Jugendamt oder gemeinnützigen Organisationen?

Viele weitere Fragen und Antworten zum Thema Kita-Streik – Rechte und Betreuungsmöglichkeiten für Eltern beantwortet unser Themen-Special.

Aktuelle Streikmeldungen

In  Nordrhein-Westfalen soll unter anderem der Nahverkehr bestreikt werden, ebenso kommunale Betriebe wie Kitas oder Versorger und Bundeseinrichtungen wie Jobcenter. Für Bayern sollen unter anderem Streiks bei Stadtreinigung und Müllabfuhr, in Krankenhäusern und Kitas erfolgen. Auch in Niedersachsen sind Warnstreiks in Hannover und Bremen geplant. In Hannover würden dann „keine Busse und Bahnen fahren, auch Müllabfuhr, Stadtreinigung und Kitas werden bestreikt.“

In Baden-Württemberg sind zwischen Dienstag und Donnerstag mehrere Streiks geplant. Kitas, Kliniken und die Müllabfuhr sind wohl betroffen. Am Donnerstag sollen die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) und der Stadtverkehr Esslingen bestreikt werden, wovon laut Ver.di der öffentliche Nahverkehr im Großraum Stuttgart „sehr stark betroffen“ sein dürfte.

In Berlin beteiligen sich Mitarbeiter der landeseigenen Krankenhäuser Charité und Vivantes an den Warnstreiks; in Brandenburg werden unter anderem die Stadtverwaltungen Schwedt, Eberswalde und Prenzlau bestreikt.

In Hessen ist laut Verdi neben dem Warnstreik am Frankfurter Flughafen auch der gesamte öffentliche Dienst von Nordhessen zum Streik aufgerufen. Am 11. April treten unter anderem Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Südhessen sowie der öffentliche Nahverkehr in Wiesbaden dem Streik bei. Am Donnerstag folgt der öffentliche Dienst in Mittelhessen, am Freitag wohl der von Frankfurt.

In Rheinland-Pfalz und dem Saarland kommt es vom 11.-13. April „an verschiedenen Tagen in Allgemeinen Verwaltungen, Kitas, öffentlichen Krankenhäuser, aber auch anderen Einrichtungen wie bspw. dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, Stadtwerken oder dem öffentlichen Personennahverkehr“ zu Streiks.

In Sachsen sollen vornehmlich Kitas bestreikt werden. Ende der Woche sollen vor allem im Raum Dresden und Leipzig Kitas geschlossen bleiben. Die Stadt Dresden warnt auf ihrer Website und rät Eltern dazu, sich vor allem für Freitag den 13. April um eine Alternative zu bemühen.

Eine Übersicht aller Presse- und Streikmitteilungen von Verdi sind hier einsehbar.  Um bundeslandesspezifische Informationen zu bekommen, sind hier die Landespressemitteilungen im Überblick (In “Filter nach Kategorie” das gewünschte Bundesland auswählen) .

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