Vergiftungsgefahr für Kinder durch Flüssigwaschmittel in „Liquid Caps“

Die neuen Flüssigwaschmittel „Liquid Caps“ sehen Bonbons zum Verwechseln ähnlich und stellen nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung gerade für Kinder ein relevantes Gesundheitsrisiko dar. Hersteller wurden bereits aufgefordert, die Produkte sicherer zu gestalten.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor sogenannten „Liquid Caps“. Diese attraktiv portionierten Flüssigwaschmittel in Form kleiner Gelkapseln ähneln Süßigkeiten und stellen nach Ansicht des BfR ein relevantes Gesundheitsrisiko für Kinder dar. Aus diesem Grund hat das BfR Herstellern empfohlen, die Produkte künftig sicherer zu gestalten.

Vergiftungsgefahr bei Kindern durch Flüssigwaschmittel - „Liquid Caps“ (© Thinkstock)
Vergiftungsgefahr bei Kindern durch Flüssigwaschmittel – „Liquid Caps“ (© Thinkstock)

„Gerade für Kinder sind die bunten, glänzenden, wie große Bonbons aussehende ,Liquid Caps‘ sehr attraktiv“, betont BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel. „Um Vergiftungsunfälle zu vermeiden, sollten Eltern immer darauf achten, dass diese Produkte nicht in die Hände von Kindern gelangen können.“

„Liquid Caps“, auch bekannt als Gel Caps oder Waschmittelkissen, sind hochkonzentrierte Flüssigwaschmittel mit dünner Folienummantelung, die sich beim Waschen auflöst. Berichte anderer Ländern zeigen jedoch, dass diese Caps ein erhöhtes Vergiftungsrisiko bergen. So werden jährlich in Großbritannien, Frankreich und Italien ca. 400-500 Anfragen zu Vergiftungsunfällen mit „Liquid Caps“ gemeldet. Seit 2012 haben auch zwei deutsche Giftinformationszentren rund 150 Fälle mit ca. 10 % mittelschweren Gesundheitsbeeinträchtigungen dokumentiert. Das BfR betont, dass sich die „Liquid Caps“ in ihrem gesundheitlichen Risiko deutlich von anderen marktüblichen Wasch- und Reinigungsmitteln unterscheiden.

Gelangen „Liquid Caps“ in die Reichweite von Kindern, bestehe die Gefahr, dass sie für „Süßigkeiten“ gehalten werden. Aufgrund der hohen Konzentration an Tensiden ist es wahrscheinlich, dass schon kleine Mengen gesundheitliche Risiken darstellen. Husten, Übelkeit und Erbrechen sind deutliche Anzeichen solch gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Das Verschlucken von waschaktiven Stoffen in die Lunge (Aspiration) sollte darüber hinaus in jedem Fall ärztlich ausgeschlossen werden.

Das BfR hat nun die Hersteller aufgefordert, die Produkte in Form, Farbe und Oberflächenbeschaffenheit für Kinder weniger attraktiv zu gestalten. Einige Hersteller haben bereits reagiert und auf Farben verzichtet, die auf Kinder besonders anziehend wirken, sowie Verpackungsverschlüsse verstärkt und Warnhinweise auf den Verpackungen angebracht. Darüber hinaus prüfen die Hersteller, ob das Folienmaterial mit Bitterstoffen und einer anderen Oberfläche versehen werden kann.

Eltern wird empfohlen, die Packungen nach Gebrauch sofort wieder zu verschließen, keine Einzelportionen griffbereit auf der Waschmaschine liegen zu lassen und Nachfüllbehälter nicht in der Reichweite von Kindern aufzubewahren.