Vereine wehren sich gegen übereifrige Fußball-Eltern

Wenn zukünftige Stars kicken, ist am Spielfeldrand oft kein Halten mehr. Fußballvereine haben nun überlegt, dass Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen.

„Los, lauf! Denn machst du platt!“ Schreie am Spielfeldrand. „Was bist du denn für eine Flasche?“ wird ein Spieler angepöbelt. Normale Fansprüche? Nein, übereifrige Spielereltern, die Jung-Kicker anfeuern. Da werden Erstklässler aufgefordert Foul zu spielen und kleine Jungen verhöhnt, wenn sie einen Ball verpassen. Leider kommt so ein Verhalten immer wieder vor. Unsportliche oder extrem ehrgeizige Mütter und Väter machen den Kindern, Trainern und Schiedsrichtern das Leben schwer.

Immer dabei: eifrige Fußball-Eltern (c) Thinkstock
Immer dabei: eifrige Fußball-Eltern (c) Thinkstock

Erst im Januar dieses Jahres wurde bei einem E-Jugend-Fußballturnier in Hamburg-Wilhelmsburg ein Polizei-Einsatz nötig. Nach einer Schiedsrichterentscheidung fielen nicht nur üble Worte, die Spieler zweier Teams gingen aufeinander los – die Eltern stürmten aufs Spielfeld – und wurden ebenfalls handgreiflich, auch gegenüber den Kindern. Kein Einzelfall, in vielen Orten, etwa in Berlin müssen alle Zuschauer 15 Meter Abstand vom Spielfeld halten, damit die Kinder in Ruhe spielen können. Auch Berichte von Platzverweisen gegen Eltern sind nicht selten.

Beim Vfl Viktoria Jüchen-Garzweiler wurde jetzt extra ein Schild den Rasenplatz der Nachwuchs-Fußballer aufgestellt. Darauf ist zu lesen:

1. Das sind Kinder, 2. Das ist ein Spiel, 3. Der Trainer macht das als Hobby, 4. Der Schiri ist auch ein Mensch, 5. Das ist nicht die WM.

 

Der Fußballverband Mittelrhein hat sogar extra Postkarte für Fußball-Eltern entworfen. Hier steht:  „Liebe Erwachsene, es ist klasse, dass ihr uns zuschaut. Doch bitte meckert nicht rum, sondern unterstützt uns und gebt uns Platz und Raum für unser eigenes Spiel!“

Es ist doch nur ein Ball und nur ein Spiel. Es wäre schön, wenn sich das auch Eltern wieder klar machen.