Fotoserie: Das Bangen der Väter bei der Geburt

Väter bei der Geburt – wie sehen die eigentlich aus? Wo im Raum stehen sie – bei ihrer Partnerin, versteckt am Ende des Zimmers, neben dem Bett, sitzen sie bei einer Wassergeburt mit in der Badewanne oder sogar mutig neben dem Arzt?

Ja, auch Männer sind unsicher bei der Geburt ihrer Kinder. Nicht jeder ist ein sogenannter Fels in der Brandung – auch wenn (s)ein Pokerface das suggerieren könnte. Stress, Anstrengung, Angst und Ernst stehen Vätern oft ins Gesicht geschrieben.

Wie kann man seiner Partnerin als werdender Vater genügend Unterstützung bieten, aber natürlich nicht im Weg herumstehen?

© Kirstie Perez
© Kirstie Perez
© Kirstie Perez
© Kirstie Perez

Die amerikanische Geburtsfotografin Kirstie Perez hat genau diese Momente von Unsicherheit, Schwäche und Angst in ihrer Fotoserie Men At Birth (Männer bei der Geburt) fotografisch festgehalten.

Bei ihren wunderschönen, teilweise sehr expliziten Bildern steht stets die Einzigartigkeit des Moments bei jeder Geburt für Mutter und Vater im Mittelpunkt.


„Bei meiner Arbeit geht es mir darum, Frauen zu bestärken. Aber gleichzeitig befürworte ich auch die Unterstützung, die Frauen während dieser verwundbaren Zeit brauchen“, erklärt sie. Mitgefühl und Empathie habe sie dann dazu inspiriert, die Fotoserie, bei der dieses Mal die Väter im Fokus stehen, umzusetzen.

© Kirstie Perez

„Wie kraftvoll ihre Aufmerksamkeit und ihr Mitgefühl wirklich sind, verstehen Väter meist gar nicht“, beschreibt sie ihre Erfahrungen. Denn dass Väter diese Erfahrung teilen, bei ihrer Freundin oder Frau mit dabei sind, sie streicheln… all das ist Teil der Unterstützung, die so unendlich wichtig ist. Auch wenn man als Vater seiner Partnerin eben keine Wehe und keinen Schmerz abnehmen kann – der Versuch, die Geburtsschmerzen etwas erträglicher zu machen, ist es wert.

© Kirstie Perez
© Kirstie Perez
© Kirstie Perez

„Sie sind nicht unfähig. Sie wurden von der Diskussion und der Verantwortung, die sie wunderbar erfüllen, zu lange ausgeschlossen“, erklärt Kirstie. „Ich möchte so aufzeigen, dass eine Geburt wunderschön, aber zugleich auch brutal ist. Unsere Körper durchleben so viel, um ein Leben zu schaffen und man kann nicht genug betonen, wie wichtig Respekt und ehrliche Unterstützung dabei sind. Jede Form von Unterstützung. Emotional, psychisch, physisch, spirituell… Am Ende des Tages gehen wir mit unseren Babys nach Hause und wenn wir nicht unterstützt werden, kann postpartale Depression alle Beteiligten treffen. Besonders unsere Kinder. Wir sind alle füreinander verantwortlich,“ führt die Fotografin ihre Message aus.

Darüber hinaus hofft sie, dass die Menschen, die ihre Bilder sehen, erkennen, wie wichtig Unterstützung bei der Geburt für das emotionale und psychologische Wohlbefinden der schwangeren Person ist. Sie erklärt: „Geburt ist viel mehr als ein physischer Aspekt, wenn man ein Kind gebärt. Eine bewusste Umgebung ist eine sichere Umgebung.“