Auch Väter können ihr Baby am Schreien erkennen

Väter können genauso gut das Schreien ihres Babys von dem Schrei anderer unterscheiden wie Mütter, offenbart nun eine neue Studie. Demnach kommt es bei der Unterscheidung der Babyschreie weniger auf den Mutterinstinkt an, als vielmehr auf die gesammelten Erfahrungen.

Die unterschiedlichen Schreie von Babys können nicht nur die Mütter auseinanderhalten. Auch Väter können Babyschreie identifizieren und hören, welches Schreien aus dem Munde ihres eigenen Sprösslings stammt. Darauf deuten die Ergebnisse einer neuen Studie hin, die im April in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht wurde.

Vater mit schreiendem Baby
Vater mit schreiendem Baby (© Hemera)

Laut Studie seien für die Identifizierung der verschiedenen Babyschreie vielmehr Erfahrungen maßgebend und weniger der Mutterinstinkt. „Vor dieser Studie ging man davon aus, dass Mütter viel besser darin sind ihr Kind am Schreien zu erkennen als die Väter,“ sagt Co-Autor Nicolas Mathevon, Bioakustiker der Jean Monnet Universität in Frankreich. „Väter sind genauso gut wie Mütter bei dieser Aufgabe und es ist lediglich eine Frage der Erfahrung.“

Diese Fähigkeit deutet darauf hin, dass grundsätzlich beide Elternteile Bedürfnisse ihrer Babys wie Hunger oder Schmerzen am unterschiedlichen Geschrei ihrer Babys erkennen können, erläutert Mathevon.

Für die Studie wurden die Schreie von Babys aus Frankreich und der Demokratischen Republik Kongo aufgenommen. Danach wurden die 27 Väter und 29 Mütter gebeten, die Schreie ihrer eigenen Babys aus allen Aufnahmen auszuwählen. Es zeigte sich, dass 90 Prozent der Eltern die Schreie ihrer Babys identifizieren konnten.

Männer konnten genauso gut wie Frauen die Schreie ihrer Sprösslinge herausfiltern, vorausgesetzt sie verbrachten mindestens vier Stunden täglich mit ihrem Kind. Wenn sie jedoch weniger Zeit täglich mit ihrem Baby zusammen waren, war die Unterscheidung für sie schwieriger. Laut Studie gab es keine kulturellen Unterschiede, und auch das Geschlecht der Babys war für die Identifizierung nicht relevant. Das Team um Mathevons fand ebenfalls heraus, dass auch Frauen, die täglich weniger als vier Stunden mit ihrem Baby Kontakt haben, bei der Identifizierung der Schreie schlecht abgeschnitten haben.

In einer nächsten Studie wollen die Forscher prüfen, ob Frauen und Männer sich in ihrer Fähigkeit, verschiedene Bedürfnisse wie Hunger und Wehklagen am Schreien ihrer Babys zu erkennen, unterscheiden.