Studie: zu wenig Kalorien in gekaufter Beikost

Britische Forscher haben Breie und Snacks für Babys untersucht. Sie testeten den Energiegehalt im Vergleich zu Muttermilch. Die Ergebnisse zeigten, dass Beikost nicht den häufig gewünschten Effekt hat, Babys mit mehr Energie als Muttermilch zu versorgen.

Babys wachsen schnell. Dafür brauchen sie eine bestimmte Kalorienmenge. Häufig füttern Eltern deshalb zusätzlich Brei in der Annahme, dass er den wachsenden Energiebedarf besser abdeckt als Muttermilch. Britische Forscher haben 462 Fertigbreis analysiert und kommen zu einem ganz anderen Ergebnis.

Für ihre Studie nahmen die Wissenschaftler um Ada Garcia fertige Babybreie, Fingerfood und Breie, die mit Milch oder Wasser anrührt werden, unter die Lupe. Sie verglichen die Nährstoff- und Energieangaben auf dem Etikett der Produkte von den Herstellern Cow & Gate, Heinz, Boots, Hipp Organic, Ella’s Kitchen und Organix.

Babybrei enthält oft zuwenig Kalorien
Babybrei enthält oft zu wenig Kalorien

Laut der Veröffentlichung der Studie in der Fachzeitschrift „Archives of Disease in Childhood“ ist Brei aus dem Gläschen nicht kalorienhaltiger als Muttermilch oder Folgemilch. Der geringe Kaloriengehalt ist hauptsächlich durch die EU-Richtlinie bedingt, die nur geringe Mengen Fett in Babynahrung erlaubt.

Die Forscher stellen neben dem geringen Fettgehalt allerdings fest, dass die getestete Babynahrung sehr süß war. Insbesondere trockene Snacks wie Zwieback und Kekse haben zwar einen höheren Energiegehalt, aber auch einen größeren Zuckeranteil. Insgesamt stuften die Wissenschaftlicher zwei Drittel der Fertigprodukte als süß ein.

Auch beim Eisengehalt schnitten die Fertigprodukte im Durchschnitt nicht gut ab. Der durchschnittliche Eisengehalt lag zwar über dem von Muttermilch, aber immer noch unter dem Eisenanteil von Folgemilch. „Der relativ geringe Eisen- und Eiweißanteil in Fertigbreien, die laut Etikett Fleisch enthalten, spricht dafür, dass davon nicht gerade viel drin ist“, gaben die Forscher zu bedenken.

Auf Basis ihrer Ergebnisse sprachen sich die Forscher dafür aus, erst im Alter von sechs Monaten mit dem Zufüttern zu beginnen und am besten gleich Familienkost einzuführen, wie sie nach britischen Rezepten üblich ist.

Diese Empfehlung sei allerdings nicht so einfach auf deutsche Familien übertragbar, gibt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE), das die wissenschaftlichen Standards für Kinderernährung in Deutschland festsetzt, zu bedenken. Rezepte wie Kartoffelbrei mit Käse und Butter, die in der britischen Studie als alternative selbstgekochte Kost zugrunde gelegt wurden, seien so in Deutschland selten üblich.

Für selbstzubereitete Babykost in Deutschland empfiehlt das FKE einen Energiegehalt von etwa 90 Kilokalorien pro 100 Gramm. Der etwas geringere Energiegehalt in Gläschen könne mit einem Teelöffel Rapsöl ausgeglichen werden. Um Eltern bei Auswahl von Babynahrung zu unterstützen, hat das FKE in einer Online-Datenbank  rund 1200 kommerzielle Beikostprodukte mit Nährwertangaben sowie Empfehlungen zur eigenen Zubereitung aufgelistet.