Studie: Väter bei der Geburt erhöhen Wehenschmerz

Wenn Väter bei der Geburt dabei sind, erleichtert es Müttern nicht unbedingt die Geburt. Einen Zusammenhang zwischen der Anwesenheit des Partners bei der Geburt und Wehenschmerzen fanden jetzt britische Neurologen am University College in London.

Die meisten Väter sind heute bei einer Geburt dabei. Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach erklärten 77 Prozent der Väter unter 45 Jahren, dass sie im  Kreißsaal dabei waren. Doch eine neue Studie könnte dies in Frage stellen.

Neurologen des University College in London wollten wissen, wie hilfreich die Anwesenheit des Partners wirklich ist. 39 schwangere Frauen mussten zunächst Fragebögen darüber ausfüllen, wie intim und innig ihre Beziehung zu ihrem Mann ist. Dann wurden während der Geburt die Hirnaktivitäten der Mütter gemessen, zudem bekamen sie ein Messgerät an ihren Finger, das Schmerzaktivitäten aufzeichnet. Mal waren Studienteilnehmerinnen bei der Geburt mit ihrem Partner im Raum, mal nicht.

Ist die Geburt ohne Papa schmerzfreier? © Thinkstock
Ist die Geburt ohne Papa schmerzfreier? © Thinkstock

Das Ergebnis der Forscher: Je distanzierter die Beziehung zum Partner, desto stärker war das Schmerzempfinden, wenn dieser anwesend war. Bei Frauen mit einer innigen Partnerschaft blieb das Schmerzempfinden gleich, ob der Mann bei der Geburt dabei war oder nicht, hatte keinen Einfluss darauf, wie sehr Schmerzen gefühlt wurden.

Ein Partner muss den Wissenschaftlern zufolge also nicht zwingend bei der Geburt dabei sein. „Die physischen und psychischen Eigenschaften von Wehenschmerzen unterscheiden sich einfach von allen anderen Schmerzformen“, erklärte Studienleiterin Fotopoulou. Noch sei vieles zu erforschen.

Quelle: Oxford Journals