Jodmangel in der Schwangerschaft kann Hirnentwicklung beeinträchtigen

Jodmangel in der Schwangerschaft kann negative Folgen für die Hirnentwicklung des Ungeborenen haben. Zu diesem Schluss kommen britische Ernährungswissenschaftler der University of Surrey in Guildford.

Jodmangel während der Schwangerschaft kann das Gehirn des Ungeborenen nachhaltig schädigen. Zu diesem Ergebnis kommen britische Ernährungswissenschaftler der University of Surrey in Guildford, die ihre Ergebnisse in der Zeitschrift „Lancet“ im Mai 2013 veröffentlicht haben.

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Jodmangel in der Schwangerschaft schädlich fürs Kind (Foto: Thinkstock/ Jupiterimages)

Für ihre Studie haben Sarah Bath von der Abteilung für Ernährungswissenschaften und ihre Kollegen der University of Surrey umfassende Daten von knapp tausend Mutter-Kind-Paaren ausgewertet. Es zeigte sich, dass zwei Drittel der Studienteilnehmerinnen im ersten Schwangerschaftsdrittel einen milden bis mäßigen Jodmangel aufwiesen. Als mögliche Ursache kam für die Wissenschaftler eine Ernährung mit zu wenig jodhaltigen Speisen wie Meeresfisch und Milchprodukten in Frage.

Nach acht bis neun Jahren widmete sich das Team um Sarah Bath den kognitiven Fähigkeiten der Kinder, die zu Studienbeginn noch Föten waren. Kinder, die zu wenig Jod während des Fötalstadiums im Mutterleib erhalten hatten, schnitten beim Kognitionstest deutlich schlechter ab als jene mit ausreichender Jodversorgung.

Die Schlussfolgerung: Je ausgeprägter also der Jodmangel der werdenden Mutter zu Studienbeginn war, desto größer war auch der kognitive Rückstand des Kindes nach acht Jahren, und zwar unabhängig von anderen die geistigen Fähigkeiten beeinflussenden Faktoren wie Ernährung, Familiensituation, emotionaler Stabilität, dem sozialen Hintergrund der Eltern oder dem Bildungsstand der Mutter. So fiel es ihnen beispielsweise im Test schwerer, flüssig und fehlerlos vorzulesen oder auch Textinhalte zu verstehen.


Eine ausreichende Versorgung mit Jod sollte bei werdenden Müttern bereits in der Frühphase der Schwangerschaft erfolgen, um mögliche negative Auswirkungen des Jodmangels zu vermeiden.

Vor allem in Meeresfisch und Milch sowie Milchprodukten ist Jod enthalten, dass zum täglichen Speiseplan gehören sollte. Viele Hersteller verwenden in Fertigprodukten kein jodiertes Salz, so dass die meisten Deutschen zwar mehr als ausreichen Salz zu sich nehmen, der Jodbedarf allerdings nicht gedeckt wird.

Jodmangel stellt nicht nur für Schwangere und das Ungeborene ein Problem dar. Eine ausreichende Versorgung mit Jod ist in allen Altersklassen wichtig. Sowohl Säuglinge und Kinder als auch Erwachsene bedürfen einer ausreichenden Versorgung mit Jod, dem lebensnotwendigen Nährstoff für die Schilddrüse.


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