1,5 Mio$: Stillende Mutter gewinnt Prozess gegen Kentucky Fried Chicken

Einer Mutter aus Delaware wurden 1.5 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen – ihr alter Arbeitgeber Kentucky Fried Chicken wurde wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz schuldig gesprochen. Die Frau hatte geklagt, nachdem es ihr unmöglich gemacht wurde, ihr Kind mit Muttermilch zu versorgen.

Autumn Lampkins wollte arbeiten und weiterhin stillen. Genau das wurde ihr von ihrem Arbeitgeber KFC/Taco Bell auf diskriminierende Art und Weise unmöglich gemacht.

Ihre Milch versiegte, nachdem sie in ihren langen Schichten ihre Milch nicht oft genug abpumpen konnte – deshalb klagte sie und gewann nun den Prozess und damit 1.5 Millionen Dollar Schadensersatz.

Stillende Mutter verklagt ihren alten Arbeitgeber KFC – und bekommt Recht! (Symbolbild) ©Thinkstock

Während ihrer Schichten sollte es ihr eigentlich möglich sein, alle 2 Stunden Milch abzupumpen. Doch das wurde ihr nicht ermöglicht. Nur einmal pro Schicht (einer 10-Stunden-Schicht!) konnte sie abpumpen. Und das nicht einmal in einer privaten Umgebung. Erst wurde sie gebeten, dies auf der Damentoiletten zu erledigen. Diese Toilette bestand aus einer Kabine für alle weiblichen Angestellten der Filliale.

Danach sollte sie im Büro des Managers abpumpen. Umzingelt von Fenstern und einer Überwachungskamera, die sich scheinbar nicht abschalten ließ – eine Zumutung und damit Diskriminierung. Das ganze geschah in zwei Filialen, in denen Autumn arbeitete. Kollegen und Kolleginnen hatten sich in der 2. Filiale sogar beschwert, sie bekäme Extra-Pausen, wenn sie abpumpe.


Autumn Lampkins bekam nun vor Gericht Recht und ihr wurden 25.000 Dollar Entschädigung und 1.5 Millionen Dollar Schadensersatz zugesprochen. Sie wurde letztlich dafür entschädigt, dass ihre Muttermilch versiegte und sie diskriminiert wurde.

Einer ihrer Anwälte sagte: “Es ist ein großartiger und lang erkämpfter Erfolg” und führte weiter aus: “Dies ist ein großer Tag für die Rechte von Frauen. Denn das Gericht hat betont, dass Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen stillende Frauen nicht anders behandeln dürfen als alle anderen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen am Arbeitsplatz.”

Übrigens: In Deutschland sind Stillpausen im Mutterschutzgesetz verankert: Laut Mutterschutzgesetz hat die stillende Frau einen Anspruch auf Freistellung während ihrer Arbeitszeit in den ersten 12 Monaten für die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens jedoch zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde.

Arbeitet die stillende Frau mehr als 8 Stunden am Tag zusammenhängend, dann ist eine Freistellung von mindestens 45 Minuten zweimal täglich oder eine Pause von mindestens 90 Minuten vorgesehen. Die Arbeitszeit gilt dann als zusammenhängend, wenn sie nicht durch eine Ruhepause von mehr als zwei Stunden unterbrochen wird.

Durch diese Freistellung darf der stillenden Frau kein Entgeldausfall entstehen und die Freistellungszeiten sind weder vor- noch nachzuarbeiten. Sie werden auch nicht auf die Ruhepausen angerechnet.

Mehr dazu lest ihr in dieser Broschüre der Bundesregierung (alles zum Thema Stillpausen ab S. 42).

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