Sichere Überwachung? Stiftung Warentest prüft Babyphones

Babyphones, Webcams & Co. sollen Eltern sofort alamieren, wenn ihr Baby aufwacht oder es ihm nicht gut geht. Doch ein völlige Sicherheit ist auch mit den neuesten Geräten oder mit Apps nicht möglich, wie der aktuelle Bericht der Stiftung Warentest zeigt.

Sie sollen Eltern den Alltag erleichtern und Babys sicheren Schlaf unterstützen: Babyphone gibt es mittlerweile in unzähligen Varianten. Vom klassischen Modell bis hin zur Video-App. Doch welches Babyphone eignet sich am besten? Stiftung Warentest hat jetzt insgesamt 24 Babyphone und Apps untersucht, davon 15 normale Babyphones mit und ohne Videoübertragung, zwei Baby-Webcams, vier Babyphone-Apps und drei schnurlose Festnetztelefone mit Babyphone-Funktion.

Babys brauchen ihren Schlaf

In ihrem Test untersuchten die Experten die Geräte und Apps auf fünf Qualitätsmerkmale: Ist das Babyphone zuverlässig und störfest? Ist die Reichweite ausreichend? Lässt es sich einfach bedienen? Und wieviel Elektrosmog erzeugt es?

Das Testergebnis ist wenig überraschend: Kein Babyphone und keine App vereint alle positiven Eigenschaften und guten Bewertungen. Am besten schnitten die einfachen klassischen Babyphones ab. Allerdings ist bei den Standard-Babyphonen die Reichweite nicht sehr groß. Übertragen wird nur ein paar Zimmer weiter.

Bei Webcams und Apps ist dagegen die Reichweite wesentlich größer. Aber es hapert bei der Zuverlässigkeit der Geräte und Programme. Die Webcams seien umständlich zu installieren, so die Experten. Außerdem kam es, genau wie bei den getesteten Apps, zu Verbindungsabrüchen. Bilder aus dem dunklen Kinderzimmer seien oft wenig hilfreich. Bei einigen Apps stellte die Stiftung Warentest einen weiteren markanten Fehler fest: Wenn die Displaysperre angeht, ruft die App nicht mehr die Eltern an. Auch wenn Apps mit Babyphone-Funktion die günstigste Alternative sind, seien umständlich zu bedienen und nicht zuverlässig.

Schnurlose Festnetztelefone mit Babyphone-Funktion schnitten durchaus gut im Test ab. Vor allem ihre einfache Handhabung und ihre hohe Reichweite sowie ihre Störungsfreiheit und Zuverlässigkeit überzeugte die Tester. Allerdings kritisierten sie, das der Alarm ausblieb, wenn der Akku des Festnetztelefons leer war.

Gute Bewertungen im Test

Mit dem Qualitätsurteil “gut” (2,3) schnitt das klassische Babyphone Philips Avent SCD501ab. Es überzeugt vor allem in der Übertragung. Bei den Umwelteigenschaften schnitt es mit 1,7 ab. Das SCD501 ist zwar vergleichsweise günstig, enthält jedoch keine mitgelieferten Akkus und keine Ladestation für den Schnurlosbetrieb. Ebenfalls nur mit einer Tonübertragung funktioniert das Gerät Lyra von Reer. Es erzielte insgesamt eine 2,5 (“gut”), erhielt allerdings in der Handhabung Abzug. Alle weiteren Babyphone im Test  erreichten lediglich ein “befriedigend”, das NUK Easy Control 200 nur ein “ausreichend”.

Tipps für den Kauf

Eine wirklich zuverlässige Rund-um-die-Uhr-Überwachung bot keines der Geräte. Da keines der Babyphone alle getesteten Eigenschaften mit sehr guten Ergebnissen in sich vereint, empfiehlt die Stiftung Warentest Eltern, bei der Wahl des Babyphones gezielt nach den Eigenschaften zu wählen, die sie für besonders wichtig halten. Am ehesten könnten die klassischen Babyphonse empfohlen werden. Sie sind am zuverlässigsten. Die Reichweite ist im Vergleich gering, Eltern müssten abschätzen, welche Entfernungen sie im Alltag wirklich benötigten. Apps oder Webcams seien nur “bedingt” zu empfehlen.

Den ausführlichen Bericht gibt es im Mai-Heft oder Online bei Stiftung Warentest