Stiftung Warentest (StiWa) hat erneut Lederprodukte auf ihren Chrom-VI-Gehalt geprüft und jeweils 20 Armbanduhren, Kinderschuhe sowie Arbeitshandschuhe unter die Lupe genommen. Obwohl für Chrom VI strenge Richtlinien gelten, fand StiWa in jedem fünften Kinderschuh und jedem dritten Arbeitshandschuh große Mengen des Schadstoffs, sodass diese nicht hätten verkauft werden dürfen.
Vor kurzem erst prüfte ÖKO-TEST Kindersandalen auf schädliche Inhaltsstoffe und stellte diesen ein schlechtes Zeugnis aus. Auch der aktuelle StiWa-Test bescheinigt vier der getesteten Kinderschuhe aus Leder ein negatives Ergebnis. Der Schadstoff: Das äußerst giftige Chrom-VI (Chromat) kann Allergien auslösen und Krebs erzeugen. Neben Nickel und Duftstoffen gehört es zu den häufigsten Kontaktallergenen, d.h. die Haut sensibilisierter Menschen reagiert mit juckenden Ausschlägen bei Berührung mit diesen Allergenen. In Deutschland leiden ungefähr eine halbe Million Menschen unter einer Chrom-VI-Sensibilisierung.

Chrom VI kann bei bestimmten Verfahren der Ledergerbung entstehen und ist seit Sommer 2010 nach deutscher Gesetzgebung in Schuhmaterialien verboten. Dennoch gibt es immer wieder Chrom VI Rückstände im verwendeten Leder bei Schuhen. In anderen Lederprodukten gilt für Chrom VI eine Grenze von 3 mg pro Kilogramm. Der aktuelle StiWa-Test offenbarte jedoch, dass viele Lederprodukte über dem gesetzlich festgelegten Grenzwert liegen.
Testergebnisse: So überschritt ein Handschuh der Firma „Gebol“ den Grenzwert sogar um das Zwanzigfache, von den 20 getesteten Kinderschuhen lag der Wert bei vier Produkten über der Norm und bei den Arbeitshandschuhen jeder dritte.
Kinderschuhe: Bei den Kinderschuhen nahm StiWa bekannte Marken wie u.a. Bellybutton, Ecco, Geox, Naturino, Pololo, Primigi, Ricosta, Richter und Sterntaler sowie Schuhe von Deichmann, dm, Reno und Rossmann unter die Lupe. Die Drogeriekette Deichmann kündigte bereits nach Bekanntwerden der Ergebnisse den Rückruf des belasteten Produkts an und Reno will ebenfalls die betroffene Kollektion aus den Regalen nehmen.
Wer das Risiko minimieren will, sollte beim Kauf von Lederprodukten wie Schuhen oder Armbanduhren am besten darauf achten, dass diese pflanzlich (vegetabil) bzw. chromfrei gegerbt wurden. Orientieren kann man sich an Prüfsiegeln für chromfrei gegerbte Lederwaren wie das ECARF-Siegel und das IVN-Zertifikat. Die Kinderschuhe von Pololo sind die einzigen im Test, die solche Siegel bereits tragen.
Der ausführliche Stiftung Warentest Chrom VI Bericht erscheint in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift, kann aber auch kostenpflichtig unter www.test.de online abgerufen werden.
