Steuerliche Entlastung für Alleinerziehende

Alleinerziehende sollen nun besser unterstützt werden. Das Familienministerium wird 80 Millionen Euro für die Erhöhung von steuerlichen Freibeträgen zahlen. Aber wird das im Geldbeutel wirklich viel ausmachen?

Die Politiker der großen Kooalition feiert es als wichtigen Erfolg. Nach langen Debatten vermeldete das Familienministerium, dass Alleinerziehende nun mehr unterstützt werden. Für sie wird nun der steuerliche Freibetrag erhöht. Und zwar von  1.308 Euro auf dann 1.908 Euro im Jahr. Ein zusätzlicher Freibetrag von 240 Euro kommt für jedes weitere Kind hinzu. Der Kinderfreibetrag, das Kindergeld und der steuerliche Grundfreibetrag sollen ebenfalls angehoben werden. Geplant ist, dass diese Leistungen rückwirkend zum 1. Januar 2015 angepasst werden.

Alleinerziehende sollen entlastet werden © Thinkstock
Alleinerziehende sollen entlastet werden © Thinkstock

Die Entlastung der Alleinerziehenden war lange umstritten und wird den Bund rund 80 Millionen Euro im Jahr kosten . Im Beschluss heißt es, dass alleinerziehende Erwerbstätige enorm viel leisteten. 

Das Kindergeld wurde gerade um vier Euro erhöht. Nicht alle Alleinerziehenden werden vom Beschluss der Großen Kooalition profitieren, wie Kritiker anmerken. „Die Zahlen sind eindeutig: Fast 40 Prozent der Alleinerziehenden benötigen staatliche Grundsicherung. Bei den meisten Alleinerziehenden dürfte es sich am Ende um eine Steuerersparnis zwischen 100 und 200 Euro handeln – jährlich, wohlgemerkt“,  kommentiert Falk Steiner vom Deutschlandradio. Für ihn ist es „kümmerliches Kümmern“. Denn nur die Alleinerziehenden die überhaupt über steuerpflichtiges Einkommen verfügten, würden nun ein wenig mehr Geld bekommen. „Was gerade bei Alleinerziehenden mit Teilzeitjobs im unteren Einkommensbereich keineswegs selbstverständlich ist.“