Selten: Zwillinge, die bei der Geburt Händchen halten

Sarah und Bill Thistlethwaite aus Ohio (USA) sind die stolzen Eltern der Zwillinge Jenna und Jillian. „Sie sind schon jetzt beste Freundinnen“, erklärt die Mutter. Dass die kleinen Mädchen zusammen halten, ist eindeutig. Schon bei ihrer Geburt zeigten sie, wie nahe sie sich stehen. Sie hielten sich fest an der Hand.

Die meisten Zwillinge merken zwar, dass sie sich Mamas Bauch mit ihrem Geschwisterchen teilen, richtig fühlen können sie sich aber nicht, denn jedes Kind ist in einer eigenen Fruchtblase. Bei jeder 100. eineiigen Zwillingsschwangerschaft ist allerdings ein seltenes Phänomen zu beobachten: Die Kinder teilen sich die Plazenta und die Fruchtblase. Diese gemeinsam versorgten Kinder werden auch monochorial versorgte Zwillinge genannt. Jillian und Jenna Thistlethwaite teilten sich den Mutterkuchen und die Fruchtblase und waren sich so ganz nah.

Zwillinge Jenna und Jillian halten sich bei der Geburt an der Hand
Jenna und Jillian halten sich bei der Geburt an der Hand ©Akron Children’s Hospital

Oft ist bei solchen Schwangerschaften eine engmaschige Überwachung nötig, denn monochoriale Zwillinge könnten sich beispielsweise in ihrer Nabelschnüre verwickeln oder die Plazenta könnte ungerecht aufgeteilt sein, sodass sich ein Kind schlechter entwickelt.

Die Mutter von Jenna und Jillan, eine Lehrerin aus Ohio (USA) musste einige Wochen vor der Geburt strenge Bettruhe halten und wurde zum Ende der Schwangerschaft in der Klinik überwacht. In der 33. Schwangerschaftswoche wurden die beiden Mädchen dann per Kaiserschnitt entbunden. Sie wurden nicht gleichzeitig geholt, es lagen 48 Sekunden zwischen der Geburt der Schwestern.

Als die Ärztinnen Melissa Mancuso and Katherine Wolfe die Zwillinge den Eltern zeigen wollten, griffen sich die Neugeborenen sofort an der Hand. Ein ungewöhnliches Bild entstand, dass dank der sozialen Medien rasch um die ganze Welt ging. Zwillinge, die so nah sind, die ihre Liebe zueinander so früh zeigen, sind eben einfach zu niedlich.

Die glückliche Zwillingsmutter Sarah Thistlethwaite mit ihren Töchtern ©Akron Children’s Hospital
Die glückliche Zwillingsmutter Sarah Thistlethwaite mit ihren Töchtern ©Akron Children’s Hospital

Die Eltern sind glücklich über die gesunden Mädchen, die sich schon jetzt so mögen. „Ich konnte nicht glauben, dass sie Händchen hielten. Das ist unglaublich,“ sagte die Mutter. Sie durfte die Klinik bereits verlassen. Jenna und Jillian, die ja ein paar Wochen zu früh geboren sind, werden noch zwei bis vier Wochen in der Kinderstation bleiben. Dann dürfen sie nach Hause. Ob sie sich dort ein Bett teilen?

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