Augenprobleme während der Schwangerschaft – bei diesen Warnzeichen solltest du zum Arzt

Jede sechste werdende Mutter ist während der Schwangerschaft von Augenproblemen betroffen. Die meisten Beschwerden sind harmlos und bilden sich nach der Schwangerschaft von selbst wieder zurück – in seltenen Fällen können aber auch Symptome auftreten, die für Schwangere gefährlich werden können.

Jede sechste werdende Mutter ist während der Schwangerschaft von Augenproblemen betroffen. Die meisten Beschwerden sind harmlos und bilden sich nach der Schwangerschaft von selbst wieder zurück, sagen Experten der DOG (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft). In seltenen Fällen können aber auch Symptome auftreten, die auf einen Schwangerschaftsdiabetes oder eine Schwangerschaftsvergiftung – die sogenannte Präeklampsie – hinweisen. Bei wechselnder Sehschärfe, Flimmern oder Schatten vor den Augen oder bei komplettem Sehverlust sollten Schwangere unbedingt einen Augenarzt aufsuchen.

Viele Schwangere bekommen darüber hinaus (harmlose) bräunliche Flecken um die Augen herum, die zum Nasenrücken auslaufen. Diese Pigmenteinlagerungen verschwinden aber nach der Schwangerschaft wieder von selbst. Seltener kommt es zu leichten Einblutungen unter die Bindehaut, die zwar beängstigend aussehen und Schwangere nicht selten beunruhigen. Diese Einblutungen beeinträchtigen das Sehvermögen jedoch nicht.

Jede sechste werdende Mutter ist während der Schwangerschaft von Augenproblemen betroffen. (© Adobe Stock / Fotograf: pix4U)

Die DOG listet in ihrer aktuellen Meldung drei Symptome und Ratschläge zum Thema Sehen in der Schwangerschaft auf, die Schwangere kennen sollten.

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Trockene Augen und Sehschwäche: Auf Kontaktlinsen und Lasern vorerst verzichten
Schwangerschaftshormone können auch die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändern. Dadurch trocknen die Augen schneller aus, sind häufig gereizt und können brennen. „Während einer Schwangerschaft ist es deshalb ratsam, auf Kontaktlinsen zu verzichten oder Augentropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit zu verwenden“, empfiehlt Privatdozent Dr. med. Thomas Neß von der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

Bei 14 Prozent der werdenden Mütter ändert sich in den Schwangerschaftsmonaten die Brillenstärke – eine Kurzsichtigkeit kann sich sogar um bis zu 1,5 Dioptrien verschlechtern. „Das liegt daran, dass sich Flüssigkeit in der Linse und in der Hornhaut einlagert, die die Brechkraft verändert“, erklärt Neß. Bei den meisten Frauen bilden sich diese Veränderungen laut dem Experten nach der Geburt wieder zurück, sodass der Kauf einer neuen Brille in der Regel nicht lohnt. Aus diesem Grund sollten Schwangere sich auch nicht die Augen lasern lassen! Erst frühestens ein Jahr nach der Geburt ist die Brillenstärke wieder stabil dafür.

Wechselnde Sehschärfe: Auf Diabetes untersuchen lassen
Ändert sich die Sehschärfe plötzlich oder mehrmals am Tag, kann das ein Zeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes sein. Das ist eine Form der Zuckerkrankheit, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt und durch die hormonelle Umstellung ausgelöst wird. Der schwangere Körper kann Zucker aus der Nahrung nicht so schnell verarbeiten wie vor der Schwangerschaft. Durch die Blutzuckerschwankungen kommt es dann zu Wassereinlagerungen in der Augenlinse, sodass das scharfe Sehen (zeitweise) verloren geht.

„Wer solche Anzeichen bei sich bemerkt, sollte unbedingt einen Augenarzt aufsuchen“, rät DOG-Experte Neß.

Der Arzt kann mit einer Spiegelung des Augenhintergrundes die Gefäße der Netzhaut untersuchen und diabetesbedingte Veränderungen erkennen, bevor die Stoffwechselerkrankung sich mit anderen Symptomen bemerkbar macht. Wenn Schwangerschaftsdiabetes ein möglicher Grund ist, wird die Patientin an ihren Hausarzt oder einen Internisten überwiesen, der sie auf Diabetes hin untersucht. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Diabetes haben, müssen sowieso engmaschig überwacht werden.

Schatten, Flimmern, Sehverlust: Gefahr für Mama und Baby
Wenn Teile des Gesichtsfelds schwarz werden oder Blitze vor den Augen auftreten, können das Anzeichen einer Präeklampsie sein. Das ist eine gefährliche Schwangerschaftskomplikation, die unter anderem durch einen erhöhten Blutdruck hervorgerufen wird. Bis zu zehn Prozent aller Schwangeren leiden (und das nicht selten unbemerkt) an Bluthochdruck. „Bei vielen Betroffenen lässt sich der Hochdruck an einer veränderten Netzhaut ablesen“, sagt Dr. Neß. „Diese müssen dringend weiter untersucht werden, denn Bluthochdruck kann Mutter und Kind in Gefahr bringen“, betont der Experte gegenüber der DGO.

Bei nahezu allen Augenerkrankungen ist übrigens eine normale Entbindung möglich. Weder Kurzsichtigkeit noch ein Glaukom, eine vorherige Netzhautablösung oder eine vorherige Augenoperation sind ein Grund für einen Kaiserschnitt.