Größere Vielfalt auf Babys Speiseplan schützt vor Allergien

Finnische Wissenschaftler plädieren für mehr Vielfalt auf dem Speiseplan von Kleinkindern unter einem Jahr. Denn laut ihrer Studie erkrankten Kinder, die mehr als acht Nahrungsmittelsorten bekommen hatten, seltener an Asthma und allergischer Rhinitis.

Kinder, die schon ab dem sechsten Lebensmonat mehr als acht Sorten Nahrungsmittel bekommen, erkranken seltener an Asthma und allergischer Rhinitis. Zu diesem Ergebnis kommen finnische Wissenschaftler, die sich in ihrer Studie dem Effekt unterschiedlicher Ernährungsstrategien bei Babys im Alter von bis zu einem Jahr und der Entwicklung von Asthma und Allergien widmeten.

Bright I. Nwaru und seine Kollegen von der Universität Tamperer haben ihre Studienergebnisse Anfang des Jahres in der Fachzeitschrift „The Journal of Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlicht (doi:10.1016/j.jaci.2013.12.1069).

Füttern mit kleinen Tricks (© Getty Images / jupiterimages)
Vielfältiger Speiseplan schützt Babys vor späteren Allergien und Asthma (© Getty Images / jupiterimages)

Gerade die Ernährung trägt im Babyalter zum Aufbau einer gesunden Darmflora bei. Daher haben der finnische Wissenschaftler Bright I. Nwaru und seine Kollegen den Effekt unterschiedlicher Ernährungsstrategien auf die Entwicklung von Asthma und Allergien bei Babys im Alter von bis zu einem Jahr untersucht.

Für ihre Studie wurden Daten zur Ernährung von 3142 Kleinkindern aus der Bevölkerungsstudie „Finnish Type I Diabetes Prediction and Prevention (DIPP) Study“ herangezogen.

Alle Teilnehmer dieser Studie weisen eine genetische Disposition für Typ-1-Diabetes auf. Zwar sei dadurch eine Verzerrung der Ergebnisse möglich, so die Studienautoren, jedoch seien die Inzidenzen für allergische Rhinitis beziehungsweise Asthma mit denen der altersentsprechenden Allgemeinbevölkerung vergleichbar. Auch seien die Ergebnisse nicht dadurch beeinflusst, ob die Kinder gestillt wurden oder nicht, da die Mehrzahl der Kinder (63 Prozent) schon vor dem dritten Monat Kuhmilch erhalten hatten.

Es zeigte sich, dass Kinder, die im Alter von sechs Monaten weniger als fünf verschiedene Nahrungsmittel bekommen hatten, bis zum Alter von fünf Jahren mehr als doppelt so häufig an einer allergischen Rhinitis erkrankten. Dies war nicht der Fall bei Gleichaltrigen, die mit einem halben Jahr schon mindestens neun Sorten Lebensmittel auf dem Speiseplan hatten.

An festen Nahrungsmitteln erhielten die Kinder zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat nach und nach zu 85 Prozent Fleisch sowie verschiedene Getreidesorten (Weizen, Hafer oder Roggen, insg. 81 Prozent). Mit der Einführung von Fisch (54 Prozent) und Eiern (73 Prozent) hatten die meisten Eltern oft über ein halbes Jahr gewartet.

Daher gehen die Studienautoren davon aus, dass ein Speiseplan mit hoher Nahrungsvielfalt die Toleranz des Immunsystems der Kinder erhöht, sodass sie weniger häufig an Allergien oder Asthma erkranken.