Schlaf lässt sich nachholen: Wer am Wochenende ausschläft, lebt länger

Gute Nachrichten: Das über die Woche angehäufte Schlafdefizit kann man ausgleichen – und so möglicherweise länger leben.

“Mama, Papa, Mama, Papa!”, ein Kinderfuß landet gerade noch unfallfrei neben dem Kopf, es ist sechs Uhr in der Früh. Wach, aber noch müde startet für uns der Tag (um diese Uhrzeit eher unfreiwillig) in eine neue Runde.  Ein Morgen, wie ihn Eltern fast jeden Tag erleben – nämlich viel zu früh! Gerade wenn die Nächte viele Unterbrechungen hatten (Stillen, Beruhigen, Schlaflieder singen…) und man nichts lieber täte, als einfach liegen zu bleiben… ist die Windel voll, die Nase läuft oder eine Tüte weht im Wind, die man uuunbedingt lautstark kommentieren, anquietschen oder auslachen muss. Ja, that’s Elternlife.

Eine neue Studie könnte Eltern, werdenden Eltern und ‘Aus-dem-Gröbsten-raus’-Eltern interessieren: Das über die Woche angehäufte Schlafdefizit kann man ausgleichen! Es gibt also die Möglichkeit, den Schlaf nachzuholen und damit seine Schlafbilanz wieder aus den roten Zahlen herauszuholen. Gerade als Eltern-Team scheint das doch zumindest abwechselnd möglich zu sein.

Schlaf lässt sich nachholen: Wer am Wochenende ausschläft, lebt länger  (Getty Images)
Schlaf lässt sich nachholen: Wer am Wochenende ausschläft, lebt länger (Getty Images)

Die neue Studie stammt von einem internationalen Forscherteam, das die Schlaf- und Lebensgewohnheiten von fast 44 000 Schweden über 13 Jahre hinweg ausgewertet hat. Sie fanden unter anderem heraus, dass, wenn die fehlende Nachtruhe an freien Tagen nachgeholt wird, der Schlafmangel langfristig nicht mit einem erhöhten Sterberisiko einhergeht, berichten die Schlafforscher im Journal of Sleep Research.

Für Menschen unter 65 Jahren gilt der Studie zufolge: Wer jede Nacht fünf Stunden oder weniger schläft, hat ein erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu Menschen, die jede Nacht mehr schlafen. Das war unter den Studienteilnehmern allerdings dann nicht der Fall, wenn sie mit Schlafmangel am Wochenende lange schliefen. Daraus leiten die Forscher ab, dass sich ein Schlafdefizit ohne große gesundheitliche Nachteile am Wochenende ausgleichen lässt – gute Nachrichten also!

Noch interessanter: Eine erhöhte Sterberate fanden die Forscher auch bei jenen Probanden unter 65Jahren, die täglich mehr als neun Stunden schliefen.

Der Berliner Experte Ingo Fietze glaubt, dass ein Schlafpensum unter sechs Stunden oder über neun Stunden auf Dauer das Risiko für Diabetes und Krebs steigert. Hinzu komme die Wirkung auf die Psyche: „Der Schlaf kürzer als sechs Stunden geht schon nach einer Nacht aufs Gemüt.“ Wenn man optimal in den Tag starten wolle, dann sei eine Schlafdauer von etwa sieben Stunden genau richtig, sagt Fietze. Für kommende Belastungen vorschlafen sei aber nicht möglich, betont er.

Und alle die sich nun fragen: Und ein über drei Jahre angehäuftes Schlafdefizit? Kann ich das in einem Wochenende noch nachholen? Nein, das wohl leider nicht…

Aber hier haben wir einige gute Tipps, wie ihr mit Kind mehr Schlaf bekommt – denn zu wenig Schlaf geht schnell zu Lasten unserer guten Laune!