Phthalate erhöhen möglicherweise Frühgeburtsrisiko

Phthalate (Weichmacher) sollen laut einer neuesten US-Studie mit einem erhöhten Frühgeburtsrisiko in Verbindung stehen.

US-Mediziner bringen Phthalate, sogenannte Kunstoffe, die als Weichmacher zugesetzt werden, mit Frühgeburten in Verbindung. Demnach hatten in einer Fall-Kontroll­studie Schwangere mit der höchsten Urinkonzentration an Phthalaten ein bis zu fünffach erhöhtes Risiko auf eine spontane Frühgeburt.

Ihre aktuellen Studienergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler vor kurzem unter dem Titel „Environmental Phthalate Exposure and Preterm Birth“ im JAMA Pediatrics (2013; doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.3699).

Gefahren im Sandkasten für Babys und Kleinkinder (© Thinkstock)
Studie zu Phthalaten: Gefährliche Weichmacher in Plastikgegenständen, Kosmetika und Medika­menten sollen erhöhtes Frühgeburtsrisiko verursachen (© Thinkstock)

Phthalate sind Weichmacher, die in Plastikgegenständen, Kosmetika und in Medika­menten enthalten sein können und leicht freigesetzt werden. Jeder Mensch nimmt daher Phthalate durch den Mund (oral) oder über die Atemwege (inhalativ) auf. Ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit ist bereits seit Jahren Gegenstand mehrerer Studien. Neben einer verminderten Spermienproduktion werden auch Misserfolge der In-Vitro-Fertilisation in Verbindung mit Weichmachern gebracht. Die Wissenschaftlerin Kelly Ferguson von der University of Michigan School of Public Health in Ann Arbor und ihre Kollegen haben für ihre Studie nun die Phthalatkonzentration bei Schwangeren untersucht.

Verglichen wurde die Konzentration ausgewählter Phthalate im Urin von 130 Schwangeren, deren Kind zu früh auf die Welt kamen, mit 352 Schwangeren, die nach einer normalen Schwangerschaftsdauer entbunden hatten. Es zeigte sich, dass einige Phthalate wie DEHP, MEHP, MBP oder MECPP vermehrt im Urin der Schwangeren mit Frühgeburt vorhanden waren. Die Studienautoren betonen nach der Analyse aller Daten, dass Frauen mit der höchsten Belastung daher ein 3,52 bis 5,23-fach erhöhtes Risiko auf eine spontane Frühgeburt hätten.

In diesem Bereich gibt es jedoch erst wenige Studien, daher müssten noch weitere Untersuchungen erfolgen. Die Wissenschaftler betonen auch, dass noch unklar sei, ob Schwangere durch den Verzicht von Parfum oder Deos und den vermehrten Verzehr von frischen Nahrungsmitteln das Frühgeburtsrisiko senken könnten.