Mutter startet Petition gegen Einsatz von Martinshorn, weil ihr Baby nicht schlafen kann

In München startet eine Mutter eine Petition zur Einschränkung des Martinshorns zu Ruhezeiten, weil ihr Baby durch das Laute Tönen immer wieder aufwacht. Die Petition löst verschiedene Reaktionen aus.

„Angemessener Einsatz des Martinshornes in München“, so heißt die Petition einer Mutter aus München. Sie fordert Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste dazu auf, für einen „sinnvollen, zielführenden und sachgemäßen Einsatz des Martinshornes“ sensibilisiert zu werden.  Der Grund für ihre Petition: Ihr Baby wache durch den „inflationären Gebrauch des Martinshornes“ zu Ruhezeiten – früh morgens, mittags oder nachts – oft auf oder könne gar nicht einschlafen.

Das Warnsignal tönt, „unabhängig der Dringlichkeit des Einsatzes, obwohl es auf der Straße weit und breit keine Autos oder Menschen gibt, die (…) gewarnt werden müssten“. So steht es in der Begründung.

„Angemessener Einsatz des Martinshornes in München“, so heißt die Petition einer Mutter, die sie im Internet gestartet hat. (Foto: © Adobe Stock/VanHope)

Mit ihrer Petition, die bereits seit Juli online ist und bisher 57 Unterstützer gefunden hat, stößt die Münchnerin nicht nur auf Zustimmung. Die Süddeutsche Zeitung nahm die Petition zum Anlass, einen Kolumnentext zum Anliegen der Mutter zu schreiben. Und innerhalb der Petitionsseite werden Kommentare wie „Ob Sie noch die gleiche Meinung vertreten, wenn ihr Kind blau im Bett liegt und erstickt, während der Rettungsdienst im Stau steht? Die Mittagsruhe wäre eingehalten …“ laut.

Auch Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes haben sich zu der Petition geäußert: „Uns ärgert es einfach, weil es heißt: Ihr seid zu laut und ihr seid alles Cowboys“, sagte Mitarbeiter Christian Strohschein gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR). „Wir sind aber Menschen, die helfen wollen. (…) Wir arbeiten für das Wohl des Bürgers und nicht, weil wir es toll finden, mit Martinshorn und Blaulicht nachts durch die Stadt zu fahren.“

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Thomas Stadler, Abteilungsleiter für Rettungseinsätze in der Landesgeschäftsstelle der Institution, betonte die wichtige Funktion des Signals, um andere Verkehrsteilnehmer vor Einsatzfahrzeugen wie Krankenwägen und Feuerwehr zu warnen. Es aus Lärmschutzgründen einfach auszulassen, halte er verkehrstechnisch und rechtlich für riskant. Rettungskräfte in Deutschland sind laut Straßenverkehrsordnung sogar dazu verpflichtet, Blaulicht und Martinshorn zu nutzen, wenn sie zu einem Einsatz fahren.

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