Papst wird zum Stillbotschafter

Was tun, wenn Babys bei einer Taufe weinen? Der Papst hatte eine Idee. Seine öffentliche Aufforderung an die Mütter der Kinder überraschte viele.

In feierlichen weißen Taufkleidchen wurden Noemi, Angelica Maria, Pietro und 30 andere Babys in der Sixtinischen Kapelle in Rom getauft. Der Papst, so berichtet der Spiegel, segnete die Kinder und hielt ihre kleinen Hände fest. Anlass war das Fest der Taufe Jesu. Genau 33 Kinder waren es, 20 Mädchen und 13 Jungen. Damit soll an die Lebensjahre Jesus Christi erinnert werden. Doch während der langen Zeremonie bekamen plötzlich einige Babys Hunger und fingen an zu weinen. Papst Franziskus reagierte gelassen: „Ihr Mütter, gebt Euren Kindern Milch, jetzt gleich, wenn sie Hunger haben, gebt ihnen Milch.“  Und ergänzte: „Tranquillo“, was frei übersetzt „In Ruhe“ bedeutet.

Papst Franziskus als Stillbotschafter (© Thinkstock)
Papst Franziskus als Stillbotschafter (© Thinkstock)

Schon länger machte sich das katholische Kirchenoberhaupt für das Stillen stark. Der Pontifex  setzt sich gegen Armut und für soziale Gerechtigkeit ein. Der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und Hunger gelten als seine Leitthemen. „Danken wir dem Herrn für das Geschenk der Milch“, erklärt Franziskus, „und beten wir für jene Mütter – und es sind leider viele – die nicht in der Lage sind, ihren Kindern etwas zu essen zu geben.“

Kritiker sehen Stillen im Kampf gegen den Hunger in der Welt eher als Randthema. Doch die prominente Unterstützung – auch für ein Stillen in der Öffentlichkeit – ist nicht selbstverständlich. Im letzten Jahr berichteten Medien, dass der Papst eine junge Mutter mit weinendem Baby direkt ansprach. Offensichtlich traute die Frau sich nicht, in der Öffentlichkeit, noch dazu vor dem Papst, zu stillen. Franziskus sprach die Mutter direkt an und erklärte: „Bitte geben Sie ihm etwas zu essen!“