Langzeitstudie: So positiv verändern sich Papas in der Elternzeit

Immer mehr Väter nehmen Elternzeit in Anspruch. Eine Studie fand nun heraus, dass dies langfristige Effekte auf das Verhalten von Vätern in Familie und Haushaltsführung hat.

Papas, die Elternzeit in Anspruch nehmen sind längst keine Seltenheit mehr: Mittlerweile nimmt etwa jeder dritte Vater in Deutschland das ihm zustehende Recht auf Elternzeit wahr. Und das bringt langanhaltenden, positive Folgen für das Familienleben mit sich, wie eine aktuelle Studie herausfand. So verbringen Väter, die Elternzeit in Anspruch genommen haben noch Jahre später mehr Zeit mit ihren Kindern. Selbst dann, wenn die in Anspruch genommene Zeitspanne nur kurz war. Auch die Effekte auf die Aufteilung der Hausarbeit zwischen den Elternteilen sind nicht nur messbar, sondern auch lang anhaltend.

Diese Ergebnisse fand das das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen in seiner aktuellen Studie heraus.

Neue Studie: Väter reden nur drei Minuten am Tag mit ihren Kindern, Mütter nur acht (Getty Images)
So verändert die Elternzeit Väter – zum Positivem! (Getty Images)

Nach ihrer Elternzeit verbringen Väter demnach in den ersten sechs Lebensjahren des Kindes am Wochenende täglich rund eineinhalb Stunden mehr mit ihren Söhnen und Töchtern als Väter, die durchgehend gearbeitet haben. Dazu kommt, dass die Väter, die Elternzeit genommen haben, täglich eine halbe Stunde mehr im Haushalt mithelfen. Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten des sozio-ökonomischen Panels aus. Dies ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung von mehr als 12 000 Privathaushalten in Deutschland, die seit 1984, also schon seit 34 Jahren, durchgeführt wird.

In einem Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte der Verfasser der Studie, Marcus Tamm: „Auch wenn das meistens nur zwei Monate sind, verändert es langfristig die Rolle, die der Vater in der Familie hat.“ Für die Studie haben die Forscher das Verhalten von Vätern verglichen, die vor und nach der Einführung des Elterngeldes 2007 Kinder bekommen haben.

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Daher sei der Effekt vermutlich nicht darauf zurückzuführen, dass Elternzeit-nehmende Väter sich ohnehin mehr in der Familie engagieren, erläutert Tamm. „Wir sehen bei denselben Vätern Unterschiede zwischen dem ersten Kind, bei dem sie keine Elternzeit genommen haben, und dem zweiten, bei dem sie mindestens zwei Monate genommen haben“, sagte der Forscher.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte den Funke-Zeitungen, Väter, die in Elternzeit gingen, hätte nicht nur eine engere Bindung zu ihren Kindern. Sie ermöglichten es auch den Müttern, sich wieder mehr in ihrem Beruf einbringen zu können. „Wir haben mit dem Elterngeld einen gesellschaftlichen Wandel erreicht“, betonte die Ministerin.

Das belegen auch die jüngsten Zahlen: Zum Start 2007 hätten sich gerade einmal drei Prozent der Väter dafür entschieden, mit ihrem Kind zu Hause zu bleiben. Heute sind es etwa 33 Prozent.

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