Neue Impfempfehlungen für Mädchen

Einmal jährlich aktualisiert die Ständige Impfkomission ihre Empfehlungen. Eine wichtige Impfung für alle Mädchen soll nun früher durchgeführt werden.

Das Risiko einer Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung kann mit einer Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) verringert werden. Bisher wurde von der Ständigen Impfkommision (STIKO) dazu geraten, alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren zu impfen. Nun setzt die STIKO in ihren neuen Empfehlungen das Alter auf neun bis 14 Jahre herunter, die geht aus dem Epidemiologischen Bulletin (34/2014) des Robert Koch Instituts hervor. Auch die Weltgesundheitskomission empfiehlt eine Impfung ab einem Alter von neun Jahren.

Neue Impfempfehlung der STIKO für HPV (© Thinkstock)
Neue Impfempfehlung der STIKO für HPV (© Thinkstock)

Die HPV-Impfung soll vor einer Infektion mit den HP-Viren schützen, die bei sexuellen Kontakten übertragen werden und den Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Der Nutzen der Impfung gilt als am größten, wenn vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft wird. Ein weiterer Vorteil der neuen Empfehlung sei außerdem, dass in einem jüngeren Alter nur zwei statt drei Spritzen nötig sind.  Trotzdem, so die Impfkomission, sollten alle Krebsfrüherkennungstermine wahrgenommen werden.

STIKO Impfkalender 2014 (Standardimpfungen) für Babys und Kleinkinder

STIKO Impfkalender 2014 (Standardimpfungen) für Babys und Kleinkinder (Quelle: Rober-Koch-Institut, rki.de)
STIKO Impfkalender 2014 (Standardimpfungen) für Babys und Kleinkinder (Quelle: Rober-Koch-Institut, rki.de)

 

STIKO Impfkalender 2014 (Standardimpfungen) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

STIKO Impfkalender 2014 (Standardimpfungen) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Quelle: Rober-Koch-Institut, rki.de)
STIKO Impfkalender 2014 (Standardimpfungen) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Quelle: Rober-Koch-Institut, rki.de)

Erläuterungen:

G Grundimmunisierung (in bis zu 4 Teilimpfungen G1 – G4)
A Auffrischimpfung
S Standardimpfung
N Nachholimpfung (Grundimmunisierung aller noch nicht Geimpften 
bzw. Komplettierung einer unvollständigen Impfserie)
a Die 1. Impfung sollte bereits ab dem Alter von 6 Wochen erfolgen, je nach verwendetem Impfstoff sind 2 bzw. 3 Dosen im 
Abstand von mindestens 4 Wochen erforderlich.
b Bei Anwendung eines monovalenten Impfstoffes kann diese Dosis entfallen.
c Standardimpfung für Mädchen im Alter von 9 – 13 bzw. 9 – 14 Jahren (je nach verwendetem Impfstoff) mit 2 Dosen im 
Abstand von 6 Monaten, bei Nachholimpfung und Vervollständigung der Impfserie im Alter > 13 bzw. > 14 Jahren oder bei 
einem Impfabstand von < 6 Monaten zwischen 1. und 2. Dosis ist eine 3. Dosis erforderlich (Fachinformation beachten).
d Td-Auffrischimpfung alle 10 Jahre. Die nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap- bzw. bei entsprechender Indikation als 
Tdap-IPV-Kombinationsimpfung.
e Einmalige Impfung für alle nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur 
einer Impfung in der Kindheit, mit einem MMR-Impfstoff
f Einmalige Impfung mit Polysaccharid-Impfstoff

Weitere Aktualisierungen, zum Beispiel zur Pneumokokken-Impfung für Cochlea-Implantat-Träger gibt es auf der Webseite des Robert Koch Instituts.

2 Gedanken zu “Neue Impfempfehlungen für Mädchen”

  1. Ich bin entsetzt über die Herabsetzung des Alters in der Impfempfehlung. Es wird gegen Viren geimpft, gegen die sich Mädchen mit einem Kondom schützen können – die Zahl der Erkrankungen mit Gebärmutterhalskrebs ist seit Jahren rückläufig. Papillomviren sind nicht die einzige Ursache von Gebärmutterhalskrebs. Die Impfung schützt also nicht vor dem Krebs.
    Ich kann alle Eltern nur warnen, ihre neunjährigen Töchter diesem Impfstoff auszusetzen. Ich habe im Alter von 16 Jahren meine dritte Gardasil-Spritze bekommmen. In der Nacht wachte ich durch Schüttelfrost und Schweißausbrüche auf. Ich konnte mich nicht bemerkbar machen, weil ich mich nicht bewegen konnte, die Muskelkontrolle war wie ausgeschaltet. Ich konnte nur noch schwach atmen und dadurch nicht nach meinen Eltern rufen. Jasmin Soriat ist nach dieser Impfung an einer Atemlähmung gestorben.
    Ich habe mich vorher nie besonders kritisch mit Impfungen befasst – nach dieser Horrorerfahrung ist mir keine Immunisierung mehr dieses Risiko wert.

    • Liebe Frau Kunze,
      als Redaktion sehen wir es als unseren Auftrag, Eltern auf die Empfehlung der STIKO hinzuweisen. Mit dem zuständigen Kinderarzt sollte die Impfung besprochen und Risiken abgewogen werden. Sich ausreichend über Impfungen zu erkundigen, raten wir Müttern und Vätern auf jeden Fall.

      Der von Ihnen angesprochen Fall der Jasmin Soriat ist durchaus umstritten – er wurde viel in der Presse zitiert. Das Robert-Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut, zuständig für die Sicherheit der Impfstoffe, wiesen die Kritik an der Impfung zurück. „Nach allen bisherigen Untersuchungen gibt es keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen den tragischen Todesfällen und den Impfungen“, wird Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Institutes von der WZ zitiert. Auch nach weiteren, zusätzlichen Untersuchungen sei die Todesursache unklar. Auch die Europäische Arzneimittelagentur EMEA als oberste Instanz sah keinen Grund, die Impfung auszusetzen.

      Ihre eigenen Erfahrungen sind natürlich sicher traumatisch gewesen – es ist sicher auch Fakt, dass die Impfung eben nur gegen einen Teil der Viren-Arten schützt und kein „Wundermittel“ ist.

      Wir danken Ihnen für Ihren Kommentar und hoffen, dass er anregt, sich umfangreich zu informieren.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Ihre
      Silke R. Plagge, Redaktion liliput-lounge.de

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