Neue Grenzwerte für chemische Stoffe in Kinderspielzeug

Die Richtlinien der EU für Kinderspielzeug sind andere als in Deutschland. Nun entschied ein Gericht, dass die deutschen Vorschriften angepasst werden müssen. Was bedeutet das für Eltern?

Vor fünf Jahren verabschiedete das Europäische Parlament eine neue Spielzeugrichtlinie. Doch in Deutschland tut man sich schwer mit der Umsetzung, wie wir berichteten. Welche Giftstoffe dürfen in Kinderspielzeug enthalten sein? Wieviel Schwermetalle und Chemikalien? Da die deutschen Grenzwerte höher liegen, wurde vor dem EU-Gericht in Luxemburg gegen die Einführung der Richtlinie in Deutschland geklagt, weil diese nicht ausreichend Schutz für die Gesundheit der Kinder bieten würde.

Nun entschied das Gericht, dass Deutschland seine bisher geltenden Werte für Antimon,  Arsen und Quecksilber in Spielzeug nicht beibehalten darf. Denn die deutschen Grenzwerte für „flüssige, haftende, trockene, brüchige, staubförmige oder geschmeidige Materialien“ seien weniger streng als die Grenzwerte der Europäischen Union. Also mehr Sicherheit?

Grenzwerte Kinderspielzeug
Grenzwerte für Kinderspielzeug werden angepasst (© Thinkstock)

Jürgen Stellpflug, Geschäftsführer und Chefredakteur des Verbrauchermagazins Ökotest sieht das Urteil positiv: „Die Europäische Kommission hat nämlich zugegeben, dass die Grenzwerte beim Blei in Deutschland viel strenger seien und somit beibehalten werden dürfen.“ Auch Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI) ist zufrieden: „Die europäischen Werte sind strenger. Nun verfügen wir über ein hohes Schutzniveau.“

Eltern müssten sich aber keine Sorgen machen,erklärt Kerstin Etzenbach-Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in einem Interview der „Neuen Westfälischen“. „Eltern müssen auf keinen Fall das Kinderzimmer ausmisten und alles wegwerfen.“ Eltern sollten beim Kauf Spielzeug testen und auf schlechte Verarbeitung und intensiven Geruch achten. Unbehandeltes und unverleimtes Spielzeug sei eine sichere Wahl.