Neue Beikost-Empfehlungen: Ernährungsexperten kritisch gegenüber Baby-led Weaning

Die Ernährungskommission der DGKJ hat die aktuellen Trends der Beikost und Babyernährung kritisch unter die Lupe genommen. Aktualisiert wurden u.a. Empfehlungen für vegetarische und vegane Kost für Babys und das Baby-led-Weaning.

Die Ernährungskommission der Deutschen Fachgesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat aktuelle Studien und Publikationen zur Säuglingsernährung untersucht und seine Empfehlungen für eine altersgerechte Ernährung von Babys ausgesprochen. Viele Eltern entscheiden sich beispielsweise für die Selbstfütterung des Babys statt für die klassische Ernährung mit Babybrei. Beim sogenannten Baby-led Weaning bedient sich das Baby selbst vom Teller und führt dann die Nahrung selbstständig zum Mund. Experten der Ernährungskommission sehen diese Variante kritisch.

Neue Beikost Empfehlung (© Thinkstock)
Neue Empfehlungen zur Beikost (© Thinkstock)

Ernähren Eltern ihr Baby ausschließlich nach dieser Methode und verzichten durchgängig auf Brei, können die Chancen auf ein vermindertes Allergie- und Zöliakierisiko nicht voll ausgeschöpft werden. Denn die motorische Entwicklung des Babys lässt die Selbstfütterung des Babys erst ab rund sechs Monaten zu. Schon länger belegen Studien, dass die Allergierisiken beim Kind gemindert werden, wenn mit der Beikost zwischen dem 5. – 7. Monat begonnen wird. Beim Baby-led-Weaning bestehe außerdem die Gefahr,so die Kommission weiter, dass das Baby nicht ausreichend mit wichtigen Nährstoffen wie Eisen versorgt wird.

Auch bei einer Entscheidung für ausschließlich vegetarische oder vegane Kost sollten Eltern aufpassen. Eltern müssen bei vegetarischer Ernährung, so die Experten, sehr sorgsam auf die Wahl der Lebensmittel achten, um unter anderem die Versorgung mit Eisen im Blick zu behalten. Von einer rein veganen Ernährung rät die Ernährungskommision hingegen ab. Der Verzicht auf Milch und Ei könne zu schweren Defiziten in der Nährstoffversorgung des Kindes führen. Schlimmstenfalls könne es zu irreversiblen neurologischen Schäden kommen.

Wer sein Kind, mindestens in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ausschließlich oder teilweise stillt, mache alles richtig. Die Experten empfehlen auch weiterhin die Beikost stufenweise einzuführen, bis das Kind am Ende des ersten Lebensjahres vom Familientisch mitessen kann. Den ausführlichen Bericht der DGKJ gibt es hier zu lesen.

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