Änderungen zum Mutterschutz 2018 – das ändert sich für dich in der Schwangerschaft und nach der Geburt

Schwanger! Diese Nachricht bringt erst einmal pure Freude auf. Und wird bald darauf zur Organisationsprobe. Viele Frauen fragen sich: Wie geht es im Job weiter? Welche Rechte und Pflichten habe ich, welche mein Arbeitgeber?

Das Mutterschutzgesetz ist am 1.1.2018 in Kraft getreten – das sind die wichtigsten Änderungen für dich während der Schwangerschaft und nach der Geburt:

Änderungen zum Mutterschutz 2018 - das ändert sich für Schwangere und Mütter (© Thinkstock)
Änderungen zum Mutterschutz 2018 – das ändert sich für Schwangere und Mütter (© Thinkstock)

Die erste Neuerung: Für wen gilt das Mutterschutzgesetz?

Das Mutterschutzgesetz gilt für alle (werdenden) Mütter, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Das heißt auch für Heimarbeiterinnen, Hausangestellte, geringfügig Beschäftigte, weibliche Auszubildende und unter bestimmten Voraussetzungen auch für Schülerinnen und Studentinnen. Hier gibt es eine wichtige Neuerung im Gesetzestext: Auch Schülerinnen und Studentinnen sind nun benannt.

Wie sieht es mit Nachtarbeit oder Sonntagsarbeit für werdende Mütter aus?

Für die Arbeit nach 20 Uhr bis 22 Uhr wurde ein behördliches Genehmigungsverfahren eingeführt. Unter anderem muss die Frau sich ausdrücklich bereit erklären, nach 20 Uhr zu arbeiten. Während die Behörde den vollständigen Antrag prüft, kann der Arbeitgeber die Frau grundsätzlich weiterbeschäftigen. Lehnt die Behörde den Antrag nicht innerhalb von sechs Wochen ab, gilt er als genehmigt.

 

Mutterschutz vor und nach der Schwangerschaft
Neuerungen beim Mutterschutz (© panthermedia.net, Daniel Kaesler)

 

Gut zu wissen: Schwangerschaft und Tag der Entbindung mitteilen!

Damit der Arbeitgeber die Mutterschutzbestimmungen einhalten kann, sollen Frauen dem Unternehmen ihre Schwangerschaft und den voraussichtlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihnen diese Tatsachen bekannt sind.

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Schutzfristen und Beschäftigungsverbote: 6 Wochen vor Entbindung und mind. 8 Wochen nach Entbindung

Werdende Mütter dürfen in den letzten sechs Wochen vor der Entbindung nur mit Einwilligung beschäftigt werden. Nach der Entbindung gilt ein Beschäftigungsverbot von acht Wochen beziehungsweise zwölf Wochen bei Früh- und Mehrlingsgeburten. Bei medizinischen Frühgeburten und bei sonstigen vorzeitigen Entbindungen verlängert sich die Mutterschutzfrist nach der Geburt um die Tage, die vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnten.

Wird bei dem Kind innerhalb von acht Wochen nach der Entbindung eine Behinderung festgestellt, kann die Mutter eine Verlängerung der Schutzfrist von acht auf zwölf Wochen beantragen.

Beschäftigungsverbote – wie sieht es da mit den Finanzen aus?

Außerhalb der allgemeinen Schutzfristen sieht das Mutterschutzgesetz zum Schutz der werdenden Mutter und ihres Kindes generelle Beschäftigungsverbote (zum Beispiel Akkord-, Fließband-, Mehr-, Sonntags- oder Nachtarbeit) und individuelle Beschäftigungsverbote aufgrund eines ärztlichen Attestes vor. Um die Frau in dieser Zeit vor finanziellen Nachteilen zu schützen, regelt das Mutterschutzgesetz verschiedene Mutterschaftsleistungen:

Steht mir dann noch Urlaub zu?

Auch während des Mutterschutzes entstehen Urlaubsansprüche. Eine Kürzung des Erholungsurlaubs wegen mutterschutzrechtlicher Beschäftigungsverbote ist nicht zulässig.

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Kann mein Arbeitgeber mich kündigen – obwohl ich schwanger bin?

Nein, vom Beginn der Schwangerschaft an bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung ist die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch das Unternehmen (bis auf wenige Ausnahmen) unzulässig. Auch eine Kündigung nach einer Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche ist unzulässig.

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