Mehr Personal in Kitas erst nach 2017

Familienministerin Schwesig will erst nach 2017 ein Qualitätsgesetz in Kindergärten durchsetzen.Verbindliche Qualitätsstandards sollen erst in der nächsten Legislaturperiode durchsetzt werden.

In vielen Kitas gehört es zum Alltag: Zu wenige Fachkräfte betreuen zu viele Kinder. So schnell wird sich an dieser Situation in Deutschland auch nichts ändern. Das geplante Qualitätsgesetz, das bundeseinheitliche Mindeststandards für Kindergärten garantieren sollte, verschiebt sich auf nach 2017, berichtet der Spiegel. Familienministerin Schwesig, so das Nachrichtenmagazin weiter, will verbindliche Qualitätsstandards, zu denen auch die Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte zählt, auf die nächste Legislaturperiode verschieben. Grund dafür sei die Angst der Länder: Sie fürchten die höheren Kosten nicht aufbringen zu können.

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In den Kindergärten wird es weiter zu wenig Erzieher geben (© Symbolfoto: Thinkstock)

Dem Spiegel liege ein zehnseitiges Dokument vor, nach dem im Ministerium gerade an einem „Gesetz zum qualitativen Ausbau in der Kindertagesbetreuung“ gefeilt werde, allerdings gehe es darin nicht um die Aufstockung von Personal in Kitas. Vielmehr werde in den Papieren geregelt, welches Land wie viel Geld zur Verfügung gestellt bekommt, um den Ausbau von Kitas zu garantieren.

Staatssekretär Ralf Kleindiek versicherte allerdings, dass künftig auch Ausstattungsinvestitionen, wie beispielsweise besseres Mittagessen oder Barrierefreiheit für Kinder mit Behinderungen, in der Planung bedacht werden.  Damit, so Kleindiek, gewinne der Begriff des qualitativen Ausbaus eine weitere Dimension.

Dass in Kitas dringend mehr qualifiziertes Fachpersonal gebraucht wird, beweist auch die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung. „Die Personalschlüssel für Kitas in Deutschland weichen teilweise erheblich von einem kindgerechten und pädagogisch sinnvollen Betreuungsverhältnis ab und sind zudem von Bundesland zu Bundesland höchst unterschiedlich“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Stiftung. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, fordert deshalb: „Wir brauchen dringend einheitliche Qualitätsstandards, die in einem Bundes-Kita-Gesetz geregelt sind.“

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