Elterngeld und Kita-Ausbau wirken – mehr Mütter arbeiten wieder

Seit der Einführung des Elterngelds 2007 und dem Ausbau der Kitas in den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Mütter, die arbeiten, deutlich angestiegen.

Mehr Arbeitsverträge und gleichzeitig mehr Stunden pro Woche – Mütter arbeiten ab dem 2. Lebensjahr ihrer Kinder wieder mehr. Die Zahlen sind sogar seit 2007 erheblich gestiegen. Wirtschaftsforscher machen dafür die Einführung des Elterngelds im Jahr 2007 und den Ausbau der Kitas und Kigas verantwortlich.

Denn das beliebte Elterngeld wird im Kernzeitraum zwölf Monate gezahlt. Wenn sich auch der Partner Zeit für das Kind nimmt und seine Erwerbstätigkeit reduziert oder aussetzt, wird es um zwei Monate verlängert. Das ist auch für viele Väter attraktiv und fördert, dass auch sie eine Auszeit im Job nehmen und sich ganz der Familie hingeben. Allerdings beschränken sich Väter immer noch meistens darauf, die beiden zusätzlichen Monate des Elterngelds in Anspruch zu nehmen. Trotzdem sprechen die Wirtschaftsforscher in ihrer Untersuchung von einem „Gewinn für die Gleichstellung der Geschlechter“.

Mütter arbeiten ab dem 2. Lebensjahr ihrer Kinder mehr. Wirtschaftsforscher machen dafür die Einführung des Elterngelds im Jahr 2007 und den Ausbau der Kitas und Kigas verantwortlich. (Thinkstock)

Die Ergebnisse der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen darüber hinaus:

  1. Der Anteil der berufstätigen Mütter einjähriger Kinder stieg von 2006 bis 2017 von 34,6 auf 44 Prozent und damit um fast zehn Prozent.
  2. Bei zweijährigen Kindern waren dem Bericht des IW zufolge vor Einführung des Elterngelds 44,1 Prozent der Mütter erwerbstätig, 2017 waren es 60,1 Prozent. Damit stieg die Erwerbsbeteiligung in dieser Gruppe um glatte 16 Prozent.
  3. Einen gegenteiligen Effekt löste das Elterngeld bei Müttern im ersten Lebensjahr des Kindes aus – also genau in dem Zeitraum, in dem die Unterstützung vom Staat gezahlt wird: 2006 waren 22,5 Prozent dieser Mütter berufstätig , 2017 waren es nur noch 9,2 Prozent.
  4. Bei im Jahre 2008 geborenen Kindern nutzte nur jeder fünfte Vater die Möglichkeit der Elternzeit, was 20,8 Prozent entspricht. Bei 2014 geborenen Babys waren es 34,2 Prozent – also jeder dritte Papa.
  5. Der Anteil der in Vollzeit arbeitenden Mütter war 2017 deutlich höher als noch vor elf Jahren, 2006. In dieser Zeit wurde auch der Kita-Ausbau in Deutschland vorangetrieben.

„Mit dem Elterngeld sollte einerseits ein finanziell gut abgesicherter Schonraum für die Familien im ersten Lebensjahr des Kindes geschaffen und andererseits eine frühe Rückkehr der Mütter in den Arbeitsmarkt gefördert werden“, sagte IW-Forscher Wido Geis-Thöne. „Dass dies tatsächlich erfolgreich war, zeigt die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung von Müttern in den ersten Lebensjahren ihrer jüngsten Kinder.“

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