Masern-Welle zeigt schwere Impflücken

In Berlin treten gehäuft Masern-Erkrankungen auf. Eigentlich sollte die Krankheit in Deutschland bis 2015 eliminiert sein. Doch dieses ehrgeizige Ziel rückt mit der aktuellen Masern-Welle in weite Ferne.

In Berlin steigt die Zahl der an Masern erkrankten Personen. Laut dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales sind „seit Oktober 2014 schon mehr als 370 Masernerkrankungen aus allen Berliner Bezirken übermittelt worden (Stand: 28. Januar 2015)“.

Eigentlich sollten die Masern in Deutschland bis zum Jahr 2015 ausgerottet sein. Die deutsche Bundesregierung hatte sich bei der Weltgesundheitsorganisation dazu verpflichtet, die Krankheit zu eliminieren. Mit der anhaltenden Masernwelle ist dieses Ziel, das sich auch alle anderen WHO-Regionen gesetzt hatten, gescheitert. Laut dem Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) sind in Berlin seit Ende 2014 insgesamt 412 Fälle der Krankheit gemeldet worden. Dabei traten allein 291 neue Fälle seit Januar 2015 auf. Im Jahr 2014 waren es in Berlin noch 133 Fälle, 2013 stieg die Zahl auf 492 und im Jahr 2012 waren es nur 18 gemeldete Erkrankungen.

Masern bei Kindern
Infektion, Symptome und Therapie von Masern (© panthermedia.net, diego cervo)

Eines fällt besonders auf: Rund 90 Prozent der bisher befragten 335 Patienten gaben an, der aktuellen Masernwelle in Berling gaben an,dass sie nicht gegen Masern geimpft seien, wie die Welt berichtet. Das bestätigt die Angaben des Robert Koch Instituts, dass fehlender Impfschutz bei vielen Menschen oder Lücken im Impfschutz Gründe für die auftretenden Masern-Fälle sind. Die Ansteckungswelle in der Hauptstadt zeigt, dass die Pläne der Bundesregierung zur Ausrottung der Masern in diesem Jahr zu ehrgeizig sind – die Impflücken dafür sind immer noch viel zu groß.

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Die Impfung gegen Masern wurde vor rund 40 Jahren eingeführt. Seitdem ist das Aufkommen der Krankheit stark zurückgegangen. Aktuell liegt die Impfquote bei Berliner Schulkindern bei 95,9 Prozent, informiert das LAGeSo. Dagegen ist die Impfquote bei der Altersgrupope der 18 bis 44-Jährigen deutlich geringer. Hier sei eine Auffrischung der Impfung besonders wichtig, so die LAGeSo weiter.

Masern sind eine höchst ansteckende Infektionskrankheit, die meldepflichtig ist. Übertragen werden Masern durch feine Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen. Dabei kann es zu schlimmen Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung oder Gehirnentzündungen kommen. In seltenen Fällen führt die Krankheit sogar zum Tod.

Experten des Robert-Koch-Instituts empfehlen daher, dass Eltern ihre Kinder ab elf Monaten erstmals impfen lassen sollten, das zweite Mal mit 15 Monaten. Die Impfung schützt die Kinder ein Leben lang. Auch Erwachsene, vor allem die Jahrgänge nach 1970, sollten ihren Impfschutz prüfen und sich gegebenenfalls gegen Masern impfen lassen.

Alles zum Thema Masern haben wir in unserem Artikel „Masern – die wichtigsten Antworten„.

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