Maserimpfung bei Frauen mit Kinderwunsch schützt Babys

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. weist aus aktuellem Anlass darauf hin, dass Frauen mit Kinderwunsch ihren Impfschutz gegen Masern überprüfen lassen sollten. Die Spätfolgen der Erkrankung seien nicht zu unterschätzen, so die Ärzte. In den letzten Tagen wurde in den Medien der Fall der kleinen Aliana aus Hessen berichtet. Das Mädchen hatte sich im Alter von drei Monaten mit Masern angesteckt. Die Krankheit überstand sie ohne Komplikationen. Doch ist sie an den Spätfolgen erkrankt, sie hat eine chronische Maserngehirnentzündung SSPE. Die heute Vierjährige liegt im Sterben.

Eine schwere Geburt verarbeiten (© Thinkstock)
Geimpfte Mütter können ihren Kindern in den ersten Monaten Netzschutz geben (© Thinkstock)

Als problematisch habe sich das Ansteckungsalter herausgestellt, erklärt Dr. Martin Terhardt, Kinder- und Jugendarzt und Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. „Offenbar können Masernviren leichter in das Gehirn eindringen, wenn das Immunsystem noch unreif ist“, sagt Terhardt. Als Folge könne es zu motorischen Ausfällen kommen, später zum Verlust der Sprache bis die Betroffenen in ein Wachkoma verfallen.

Wenn die Mutter eines Babys selbst gegen Masern geimpft ist, oder die Krankheit durchlebt hat, ist ihr Babys bis zum fünften oder sechsten Lebensmonat durch den Nestschutz geschützt. Doch viele Frauen hätten gar keinen ausreichenden Schutz mehr gegen Masern. Das betreffe vor allem die Generation, die zwischen 1980 und 1995 geboren sind.

„Deshalb empfehlen wir allen Frauen mit Kinderwunsch unbedingt die Impfung gegen Masern, sonst kann das schlimme Folgen für den Nachwuchs haben“, so Terhardt. Wer nach 1970 geboren wurde, sollte sich laut STIKO gegen Masern impfen lassen.

Woran man die Krankheit erkennt, was Eltern tun können und weitere Informationen haben wir in unserem Artikel „Masern – die wichtigsten Antworten“ zusammengetragen.

 

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