Ein Kuss auf den Mund von Papa oder Mama – ist das erlaubt?

Ein Kuss von Ex-Fußballstar David Beckham auf den Mund seiner Tochter Harper löst (mal wieder) eine Debatte aus – das Kuss-Foto sorgt gleichermaßen für Solidaritätsbekundungen sowie Empörung.

Und er hat es wieder getan! David Beckham küsst seine kleine Tochter Harper beim gemeinsamen Schlittschuhfahren auf den Mund. Ein schnell geknippstes Selfie, zack ab in den Feed bei Instagram – manch einem kommt die Story bekannt vor. Nicht nur von David Beckham selbst kennen manche schon die Aufregung und Diskussion um den Kuss auf den Mund zwischen Eltern und Kindern, auch von anderen Promis kennt man solche (vor allem in den sozialen Netzwerken) diskutierte Aufreger.

David Beckham ist in diesem Falle sozusagen ein Wiederholungstäter – schon 2017 wurde wild über ein gleichartiges Foto von ihm und seiner Tochter diskutiert. Eine Chronologie der Auf-den-Mund-Kuss-Fotos zwischen einem Elternteil und ihrem Kind zeigt, es ist egal ob es Mama oder Papa sind, die ihrem Kind einen Kuss auf den Mund geben – der Shitstorm und die Diskussion darum bleibt gleich.

 

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Christmas is coming 🎅🏼 Let’s go skate ♥️

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„Herummachen“ und „Belästigen“ waren die Schlagworte, die beispielsweise bei dem Model Amber Rose auftauchten, die ihren Sohn küsst – trotzdem wurde das Foto 436 450 Mal bei Instagram geliked. Auch Til Schweiger sorgte für einen Skandal mit einem Video von sich und seiner Tochter Lilli, bei der sich die beiden viele kurze Schmatzer auf den Mund geben. Mehr als 580 000 Personen haben die Küsserei angesehen und 2280 haben sie sogar kommentiert.

 

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My Greatest Gift 🎃 #sebastiantaylorthomaz

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Was von diesen Auseinandersetzungen bleibt, ist die Verunsicherung zum Thema Kuss auf den Mund zwischen Eltern und Kind. Viele Kommentatoren finden es befremdlich, sexualisiert und zu intim, ein Kind auf den Mund zu küssen. Andere posten als Akt der Solidarität auch Fotos von sich beim Kuss mit ihren Kleinen – wie im jüngsten Fall bei David Beckham. Sein Bild zog nicht nur eine Welle der Empörung, sondern auch der Solidarität nach sich.

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Die australische Daily Mail befragte sogleich zwei Psychologinnen zu dem Thema. Fiona Martin von der Universität Sydney forderte dabei, dass „alles, was die die emotionale Verbundenheit fördere“, erlaubt sein sollte. Es sei absurd, zu glauben, dass ein Kuss der Eltern als sexuell empfunden werden könne. Die amerikanische Kinderpsychologin Charlotte Reznick hingegen warnte davor, Kinder mit diesem „sexuellen Verhalten“ zu irritieren beziehungsweise zu stimulieren.

Also auch hier wieder zwei Meinungen.

Die Süddeutsche Zeitung nahm sich u. a. auch dem Thema an. Violette Simon, die Autorin des Kommentars zur Kuss-Debatte, betont hierbei:

“Da werden kindliche Zuneigung und Erotik miteinander vermischt, als ginge es um sinnliche Küsse mit geöffneten Lippen. Und nicht um Schmatzer mit spitzer Schnute – die Sorte, die von einem erwachsenen Liebespartner möglicherweise als halbherzig empfunden würde”

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Ein ums andere Mal zeigen die Aufregung, die Ablehnung und die solidarischen Selfies beim Küssen, dass das Thema Eltern und Nicht-Eltern gleichermaßen bewegt.

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