Kunststoffprodukte schädlich für Ungeborene

Die in Kunststoffprodukten enthaltenen Weichmacher führen bei Kinder zu einem deutliche erhöhten Asthma-Risiko. Doch können sich werdende Mütter schützen?

Das die Weichmacher im Plastik ungesund sind, ist bekannt. Bei Kinderspielzeug wird zunehmend darauf geachtet, dass diese nicht enthalten sind. Doch auch ungeborene Kinder sind durch Kunststoffprodukte gefährdet, wie US-Wissenschaftler mit einer Langzeitstudie mit Schwangeren und ihren Kindern herausfanden. Im Fachmagazin „Environmental Health Perspectives“ sprechen sich die Forscher für  bessere Aufklärung über die möglichen Gefahren dieser Zusatzstoffe aus. Denn vielen ist nicht bewusst, in wie vielen Produkten diese Phthalate enthalten sind.

Phthalate, Weichmacher im Plastik schaden Ungeborenen © Thinkstock
Phthalate, Weichmacher im Plastik schaden Ungeborenen © Thinkstock

Dies Weichmacher sind allgegenwärtig, sie sind vielen Pflegeprodukten enthalten, die synthetische Aromen enthalten, in Schüsseln, Eimern, Teppichböden oder Smartphone-Hüllen. Typisch ist der „Neuwagengeruch“ der von  Phthalaten von Kunstoffarmaturen und Lenkrad. Kommen Schwangere mit diesen Stoffen in Berührung, gelangen Teile dieser Substanzen in ihren Blutkreislauf und damit auch in den des ungeborenen Kindes.

In der Studie der Columbia University in New York wollten die Experten um Rachel Miller wissen, welche Folgen die Weichmacher auf die Entwicklung von Kindern haben, die bereits im Mutterleib Kontakt zu Phthalaten hatten. 300 Schwangere und ihr Kinder wurden begleitet. Mit Urinproben konnten sie analysieren, in welchem Umfang die Mütter Weichmachern ausgesetzt waren und untersuchten später die Gesundheit der Kinder.

Das Ergebnis war sehr deutlich: Bei den Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft hohe Werte der Weichmacher hatten, war das Asthmarisiko um 72 Prozent beziehungsweise 78 Prozent erhöht. Von den untersuchten 300 Kindern litten 94  an Asthma, weitere 60 hatten Husten oder Kurzatmigkeit.

Miller und ihr Team fordern eine bessere Aufklärung Phthalate und einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Stoffen: „Wenn wir die Kinder schützen wollen, müssen wir die schwangeren Frauen schützen,“ zitiert das Wissenschaftsmagazin scinexx.de die Forscherin.