Kita in Essen betreut nur noch geimpfte Kinder

Der Vorstoß einer privaten Essener Kita hat die Debatte ums Impfen neu entfacht: Dort werden nur noch geimpfte Kinder aufgenommen, um alle vor Krankheiten zu schützen.

Die private Kita mit dem Namen „Kinderkiste“ in Essen und vier weitere angeschlossene Horte nehmen ab sofort nur noch Kinder auf, die gegen die gängigen Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln einen Impfschutz haben. Der Impfschutz der Kinder wird schon bei Anmeldung kontrolliert – wer den Impfausweis des Kindes nicht dabei hat, kann gleich wieder umkehren und gehen. Die meisten Eltern befürworten die Entscheidung.

„Unser Elternrat hält die Impfpflicht für notwendig und sinnvoll. Und viele Eltern schließen sich dem an, weil sie ihre Kinder schützen wollen“, sagte Kita-Betreiberin Jutta Behrwind. Ungeimpfte Kinder würden bei der Anmeldung abgelehnt, hieß es weiter. „So wie katholische Einrichtungen sich einen Taufschein vorlegen lassen, verlangen wir einen Impfnachweis von den Eltern“, sagte Betreiberin Jutta Behrwind. Mit dieser Maßnahme sollen alle Kitakinder der Kinderkiste geschützt werden.

Eine private Essener Kita nimmt nur noch Kinder mit Impfschutz auf (©Thinkstock)

Schutz für alle
Rund 60 Kinder im Alter von vier Monaten bis drei Jahren besuchen die fünf Horte in privater Trägerschaft
Bislang war bei Anmeldegesprächen der Impfstatus der Kinder abgefragt worden. Gab es Lücken, wurde eine Impfberatung angeboten und den Eltern empfohlen, die Impfung freiwillig nachzuholen. Jetzt wurde die Pflicht eingeführt.

Wenn alle geimpft sind, sind auch alle geschützt. In unsere Kita kommen viele Geschwisterkinder mit und schwangere Mamas“, sagt Frau Behrwind. Probleme mit Krankheiten durch nicht geimpfte Kinder habe es bislang allerdings nicht gegeben.


Die Resonanz auf die Maßnahme sei durchweg positiv, so Behrwind weiter. Viele Eltern begrüßten, dass nun Infektionen mit Krankheiten besser vorgebeugt werde. Während der laufenden Anmeldegespräche habe bislang nur ein einzelner Vater Kritik an der neuen Regelung geübt.

Impfgegner bezweifeln die Wirksamkeit von Impfungen, fürchten die Risiken und setzen auf die natürlichen Abwehrstoffe des Körpers gegen Erkrankungen. Diese Positionen werden aber von der Fachwelt fast einhellig als unzutreffend und unwissenschaftlich abgelehnt.

Privat vs. Städtisch
Nach Angaben der Stadt Essen brauchen private Kita-Träger für eine Vorgabe wie die Impfpflicht keine Genehmigung der Behörden, sagte eine Stadtsprecherin. Sie könnten ihre Verträge frei festlegen. Das Gesundheitsamt der Stadt Essen hält die Maßnahme der „Kinderkiste“ aber für eine gute Idee. Für städtische Kitas sei allerdings keine Impfpflicht geplant, sagte Amtsleiter Rainer Kundt laut einem WDR-Bericht.

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