Kindersicherheitsreport: Eltern schätzen Unfallrisiken falsch ein

Eltern sehen den Straßenverkehr als risikoreichsten Ort für ihre Kinder. Satistiken des ersten Kindersicherheitsreports von AXA zeigen aber, dass die Gefahr eines Unfalls in den eigenen vier Wänden für Kinder zehn Mal so hoch ist.

Der Versicherungskonzern AXA hat gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ und dem Meinungsforschungsinstitut forsa den ersten Kindersicherheitsreport veröffentlicht. Die Studie fokussiert sich auf die Gefahrenwahrnehmung von Eltern und Pädagogen und ist Teil der AXA Kindersicherheitsinitiative. Insgesamt wurden 1.100 Eltern von Kindern unter 18 Jahren und 341 Erzieher und Lehrer nach  physischen und psychischen Gefahren für Kinder im Alltag befragt.

Die Ergebnisse zeigen: Unfallgefahren zu Hause werden insbesondere von Eltern unterschätzt. So nehmen 79 Prozent der befragten Eltern den Straßenverkehr als größte Gefahr für ihre Kinder wahr. Nur 10 Prozent der Eltern sehen ein hohes Unfallrisiko für ihren Nachwuchs in den eigenen vier Wänden. Dabei zeigen Statistiken, dass Unfälle zu Hause überwiegen. Insbesondere Kleinkinder sind gefährdet. Bei ihnen sind Unfälle im Haushalt zehn Mal so häufig wie im Straßenverkehr, den die Eltern aber als größte Bedrohung wahrnehmen.

Unfallrisiken für Kinder
Unfälle zu Hause: Risiko für Kinder zehn Mal so hoch wie im Straßenverkehr (© AXA)

Hinsichtlich der Unfallfolgen sind die Ängste der Eltern begründet: Am meisten befürchten Eltern Schnittwunden und Quetschungen (61 Prozent), gefolgt von Stürzen (51 Prozent). Diese Einschätzung entspricht den Unfallstatistiken. Immerhin stellen Stürze mehr als die Hälfte aller behandlungsbedürftigen Unfälle bei Kindern dar.

Auch in der Wahrnehmung von Pädagogen geht vom Straßenverkehr die größte Gefahr aus (61 Prozent). Als zweitgefährlichsten Ort nennt diese Gruppe von Befragten das Internet und die Medien (56 Prozent). Das Unfallrisiko zu Hause schätzen Lehrer und Erzieher wesentlich besser ein als Eltern (43 Prozent). Als drittgefährlichsten Ort nennt diese Gruppe von Befragten das Internet und die Medien. Außerdem bezeichnen Pädagogen Beleidigungen und Demütigungen als große physische Gefahren für Kinder.

Ausgrenzung, Demütigung und Beleidigung gehört laut der Studie leider zum Alltag der meisten Kinder. Schon im Grundschulalter ist nach Aussage der Eltern fast jedes dritte Kind von Schikanen durch andere Kinder betroffen. Dementsprechend haben auch bereits 94 Prozent der Lehrer haben schon mindestens ein Mal mit den Themen Ausgrenzung, Beleidigungen und Demütigung unter Kindern zu tun gehabt. Für jeden dritten Lehrer ist das sogar eine alltägliche Erfahrung. 65 Prozent der Lehrer sind deshalb der Meinung, dass Schulen Hilfe von außen benötigen, um solche Konflikte zu lösen.